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Bedford-Strohm: Festsetzung Sea-Watch 4 ein "Akt der Willkür" | BR24

© Sea-Watch e.V.

Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4

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    Bedford-Strohm: Festsetzung Sea-Watch 4 ein "Akt der Willkür"

    Die italienischen Behörden haben das Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 im Hafen von Palermo festgesetzt. Nun reagiert der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm und kritisiert, die Rettung von Menschen aus Seenot solle so verhindert werden.

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    Nachdem die italienischen Behörden im Hafen von Palermo das zivile Seenotrettungsschiff Sea-Watch 4 festhalten, hat sich nun der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, zu Wort gemeldet. Er kritisiert die Festsetzung als Akt unverantwortlicher Willkür.

    Fordert italienische Behörden auf, Schiff frei zu lassen

    Dies sei mittlerweile das fünfte zivile Seenotrettungsschiff in fünf Monaten, das blockiert werde, sagte Bedford-Strohm laut einer Mitteilung der EKD. Einer der Vorwürfe sei, dass zu viele Rettungswesten an Bord seien. "Unter dem Vorwand der Schiffssicherheit soll ganz offensichtlich die Rettung von Menschen aus Seenot verhindert werden", so Bedford-Strohm. Zusammen mit mehr als 600, zum Teil internationalen Bündnispartnern von United4Rescue, die das Auslaufen der Sea-Watch 4 möglich gemacht haben, verurteilte Bedford-Strohm "diesen unverantwortlichen Akt der Willkür aufs Schärfste" und forderte die italienischen Behörden auf, das Schiff frei zu lassen.

    © dpa/ picture alliance

    EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm.

    Bedford-Strohm: "Jetzige Politik kostet Menschenleben."

    "Wer Seenotrettung behindert, nimmt billigend in Kauf, dass Menschen ertrinken", sagte der EKD-Ratsvorsitzende. Ein Europa, das sich auf christliche Werte berufe, dürfe das nicht akzeptieren. Weiter fordert Bedford-Strohm.

    "Die deutsche Ratspräsidentschaft rufen wir auf, ihr Amt zu nutzen, um die italienischen Behörden von dieser unverantwortlichen Schiffsblockierung abzubringen und endlich Druck auszuüben, dass eine staatlich organisierte Seenotrettungsmission im Mittelmeer eingesetzt wird, die Menschen in Seenot sicher in Europa anlandet. Die jetzige Politik kostet Menschenleben." Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

    Sea-Watch 4 hat schon über 350 Menschen gerettet

    Das Rettungsschiff Sea-Watch 4 war im Januar vom Bündnis United4Rescue für 1,5 Millionen Euro ersteigert worden. Die EKD leistete dazu einen hohen finanziellen Beitrag. Zuvor hatten die Teilnehmer des Deutschen Evangelischen Kirchentages 2019 eine Resolution verabschiedet, in der beschlossen worden war, selbst ein Schiff zur Seenotrettung im Mittelmeer auslaufen zu lassen. Dafür schloss sich dann ein zivilgesellschaftliches Bündnis namens United4Rescue zusammen. Die Sea-Watch 4 war Mitte August erstmals ausgelaufen und hat laut EKD seitdem mehr als 350 Menschen aus Seenot gerettet.

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