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In den USA gehören Einwanderer aus afrikanischen Ländern zu den Spitzenkräften. Vor allem Menschen aus der Subsahara kommen in die Staaten zum Studieren, arbeiten als Ärztinnen oder Ingenieure.

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Becoming Black: Was Schwarze Migranten in den USA erleben

In den USA gehören Einwanderer aus afrikanischen Ländern zu den Spitzenkräften. Vor allem Menschen aus der Subsahara kommen in die Staaten zum Studieren, arbeiten als Ärzte oder Ingenieure. Sie erfahren erstmals eine weiße Mehrheitsgesellschaft.

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Von
  • Katharina Wilhelm
  • Dunja Sadaqi

Vor allem Menschen aus der Subsahara kommen in die Vereinigten Staaten zum Studieren, arbeiten als Ärzte oder Ingenieure. Die Mehrheit von ihnen ist Schwarz. Im afrikanischen Heimatland kein Thema. In den USA angekommen, erleben sie plötzlich, was es heißt, in einer weißen Mehrheitsgesellschaft zu leben.

"Wo ich herkomme, haben alle die gleiche Hautfarbe: Schwarz. Ich habe mich nie eingeschüchtert gefühlt von Weißen. Wenn man in die USA kommt, ist es eine andere Welt. Wir lernen schnell, dass es einen systemischen Rassismus gibt, egal, was man erreichen will." Senait Admassu, Gründerin von "African Coalition"

 

So erinnert sich die Äthiopierin Senait Admassu an ihr Ankommen in den USA. Admassu ist zum Studieren nach Los Angeles gekommen, gründete später die "African Coalition", ein Netzwerk für Migranten und Migrantinnen aus afrikanischen Ländern. Was sie beschreibt, das hat die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie als "Becoming Black" bezeichnet, als "Schwarz werden".

 

"In vielen westafrikanischen Staaten haben wir 'Race' nicht als das, was uns identifiziert. Als ich in die USA ging, sah ich mich als katholisch oder nigerianisch an. Erst in den USA sprachen Leute mit mir über Schwarzsein, und ich wusste nicht, was damit gemeint war. Ich lernte schnell, dass Schwarz nicht einfach ein wertfreier Begriff war. Da gab es diesen einen Professor, der überrascht war, dass ich den besten Essay der Klasse geschrieben hatte. Mir wurde klar, dass er überrascht war, weil er nicht erwartet hatte, dass eine schwarze Person den besten Essay schreiben würde. Das war für mich ein Lernprozess." Chimamanda Ngozi Adichie, nigerianische Schriftstellerin

Das erzählt Adichie in einem Fernsehinterview mit dem französischen Sender France 24. Sie hat ihre Erfahrungen in einem Buch aufgeschrieben. "Americanah" heißt es, ein Wort, mit dem in Nigeria Rückkehrer und Rückkehrerinnen aus den USA bezeichnet.

 

Täglicher Rassismus – auf der Straße oder im Supermarkt

Schwarze Amerikaner und Amerikanerinnen integrieren sich in die schwarze US-amerikanische Community und erben sozusagen deren Probleme gleich mit. Rassismus ist nach wie vor eines der großen Probleme in den USA. Die Fälle von Polizeigewalt und die anschließenden Proteste der "Black-Lives-Matter"-Bewegung haben das erst in diesem Jahr wieder gezeigt. Rassismus erleben schwarze Menschen, egal welcher Herkunft jeden Tag – auf der Straße, im Supermarkt, Job.  

Etwa zwei Millionen Menschen in den USA stammen aus der sogenannten Subsahara-Region. Viele von ihnen kommen in die USA für ein besseres Leben, zum Studieren und Arbeiten. Sie gehören in den USA mit zu den am höchsten gebildeten Einwanderern, sagt auch Migrationsforscherin Jeanne Batalova vom unabhängigen Institut für Migration in Washington D.C.

Afrikanische Migranten mit höherem Bildungsgrad

Beispielsweise seien 60 Prozent der nigerianischen Einwanderer Studenten. In Relation hätten doppelt so viele von ihnen einen Universitätsabschluss im Vergleich zu Amerikanern. Doch Vorurteile und Rassismus führten dazu, dass die Migranten ihr Potenzial nicht ausschöpfen könnten.

"In unserem Institut interessieren wir uns für ein Phänomen, das man als 'Brainwaste', also 'Gehirn-Verschwendung', bezeichnet. Also, wenn hoch gebildete Migranten in die USA kommen und dann einen Job für Geringqualifizierte ausüben. Zum Beispiel ein Chirurg aus Nigeria, der jetzt Taxi fährt. Was interessant ist an afrikanischen Migranten, viele von ihnen kommen mit einem hohen Bildungsabschluss in die USA, doch das hilft ihnen nicht so sehr wegen ihrer Hautfarbe. Ohne Zweifel gibt es eine Arbeitsmarkt-Diskriminierung gegen People of Color, also nicht-weiße Menschen." Jeanne Batalova, Migrationsforscherin

Und Einwandern in die USA ist noch einmal schwieriger geworden: Präsident Donald Trump hat veranlasst, dass viele Visa in diesem Jahr nicht mehr ausgestellt werden, darunter das sogenannte H1B-Visum, mit dem viele afrikanische Migranten und Migrantinnen in die USA kommen. Damit will Trump in der derzeit schwierigen Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt Jobs für seine Landsleute bereithalten. Doch die nicht ausgestellten Visa treffen unter anderem Ärzte und Ärztinnen, Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen - alles Professionelle, die jetzt eigentlich händeringend gesucht werden.

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