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BDI: "Transit über den Brenner für Wirtschaft alternativlos" | BR24

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Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt vor einer weiteren Eskalation des Streits zwischen Deutschland und Österreich um den Lkw-Transitverkehr auf der Brennerroute.

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BDI: "Transit über den Brenner für Wirtschaft alternativlos"

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) warnt vor einer weiteren Eskalation des Streits zwischen Deutschland und Österreich um den Lkw-Transitverkehr auf der Brennerroute.

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"Der Transit über den Brenner ist für die gesamte europäische Wertschöpfung, also für diese hochvernetzte europäische Wirtschaft, essentiell und für viele Transporte und Güter ist er auch weitgehend alternativlos, jetzt und in Zukunft."

Das betonte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2. Sollte der Lkw-Transitverkehr Schaden nehmen, wäre dies zum Schaden der deutschen, österreichischen, italienischen, ja sogar der gesamten europäischen Wirtschaft, betonte er.

Eine Lösung: Möglichst leise Lastwagen

Lösch zeigte Verständnis für die Sorgen der Tiroler Bevölkerung über den zunehmenden Durchgangsverkehr. Die Menschen hätten ein Anrecht darauf, dass alles Mögliche getan werde, um ihnen dabei zu helfen, mit der Situation umzugehen. Man könne etwa dafür sorgen, dass "möglichst leise und wenig emittierende Lastwagen auf dieser Strecke unterwegs sind".

Warten auf den Brennerbasistunnel

Langfristig sei der Brennerbasistunnel der "Königsweg". Mit ihm könnte in viel größerem Umfang Güter von der Straße auf die Schiene verlagert werden. Dies werde aber noch einige Jahre dauern. Zulaufstrecken auf deutscher und österreichischer Seite seien nicht so weit, wie sie sein sollten. Wichtig sei daher, dass der Brennerbasistunnel "möglichst rasch seine Funktion voll aufnehmen kann". Lkw-Blockabfertigungen oder Fahrverbote für Pkw brächten jedoch keine Lösung, so Lösch.

"Das kann kein Grund sein, um fast willkürlich Maßnahmen zu treffen, die den Transitverkehr über den Brenner tatsächlich am Ende des Tages zum Erliegen bringen, sondern wir müssen alle gemeinsam nach Lösungen suchen, sowohl für den Transitverkehr, als auch für die Bedürfnisse der Bevölkerung vor Ort."
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Holger Lösch

Deutsch-österreichische Befindlichkeiten

Bei der Politik finde der Bundesverband der Deutschen Industrie Gehör für sein Anliegen, so Lösch. Das deutsche Verkehrsministerium wisse über die Bedeutung der Güterlogistik für Deutschland und Gesamteuropa Bescheid. Allerdings sei in letzter Zeit der Eindruck entstanden, dass "durch gewisse andere politische Themen, dass Verhältnis zwischen Deutschland und Österreich an dieser Stelle etwas gelitten hat". Die Frage von Befindlichkeiten könne aber nicht darüber entscheiden, wie der Güterverkehr über den Brenner läuft, so der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des BDI.