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BBC-Interview mit Opfer: Für Prinz Andrew könnte es eng werden | BR24

© dpa/pa, Steve Parsons

Prinz Andrew, britischer Royal

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    BBC-Interview mit Opfer: Für Prinz Andrew könnte es eng werden

    Die BBC strahlt heute ein Interview mit dem Epstein-Opfer Virginia Guiffre aus. Das könnte für Andrew Konsequenzen bedeuten, denn die Amerikanerin behauptet, sie sei als 17-Jährige dreimal zu Sex mit ihm gezwungen worden. Der Prinz streitet das ab.

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    Die BBC strahlt heute Abend ein Interview mit einem Opfer aus dem Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Geschäftsmann Jeffrey Epstein aus. Die US-Amerikanerin Virginia Giuffre erhebt darin der britischen Rundfunkanstalt zufolge erneut schwere Vorwürfe gegen den zweitältesten Sohn der Queen, Prinz Andrew (59).

    Andrew streitet alles ab

    Giuffre gibt an, sie sei als 17-Jährige in den Jahren 2001 und 2002 drei Mal zum Sex mit dem Prinzen gezwungen worden. Andrew bestreitet die Vorwürfe. Das Interview ist Teil einer einstündigen Sendung, die heute um 22 Uhr ausgestrahlt wird.

    Es sei eine wirklich beängstigende Zeit in ihrem Leben gewesen. Andrew sagt, sich nicht an Giuffre, die damals Roberts hieß, erinnern zu können. Auch ein Foto, das ihn mit der Jugendlichen im Haus der britischen Epstein-Freundin Ghislaine Maxwell in London zeigt, will er nicht wiedererkennen.

    Als sie noch minderjährig gewesen sei, habe ihr der Royal in einem Londoner Nachtclub Wodka gegeben, berichtete Giuffre. Dann habe er mit ihr tanzen wollen. "Er ist der abscheulichste Tänzer, den ich in meinem ganzen Leben gesehen habe", sagte die Frau in dem Interview. "Es war schrecklich." Andrew habe sehr stark geschwitzt - "es regnete praktisch überall hin". Sie habe sich davor geekelt, sagte die US-Amerikanerin. "Aber ich wusste, ich musste ihn glücklich machen." Das hätten Jeffrey Epstein und dessen Freundin Ghislaine Maxwell von ihr erwartet.

    Andrew versprach bei der Aufklärung "allen zuständigen Ermittlungsbehörden" zu helfen. US-Opferanwältinnen forderten daraufhin den Prinzen auf, auch bei Zivilklagen unter Eid auszusagen.

    "Er weiß, was passiert ist, ich weiß, was passiert ist. Und nur einer von uns beiden erzählt die Wahrheit.“ Virginia Giuffre im BBC-Interview.

    Vorwürfe hatten bereits Folgen

    Andrew trat kürzlich von allen öffentlichen Aufgaben für das Königshaus zurück. Er war jahrelang mit dem US-Multimillionär Jeffrey Epstein befreundet, der sich in Untersuchungshaft im Sommer das Leben nahm. Ihm wurde vorgeworfen, Dutzende Minderjährige missbraucht und zur Prostitution gezwungen zu haben.

    Der Prinz übernachtete des Öfteren auf Epsteins Anwesen. Trotzdem will er nichts von den Machenschaften seines ehemaligen Freundes mitbekommen haben. In einem BBC-Interview Mitte November versuchte er sich zu rechtfertigen. Doch der Schuss ging nach hinten los: Seine Erklärungsversuche wurden weithin als unglaubwürdig wahrgenommen. Zudem wurde ihm vorgeworfen, kein Mitgefühl mit den Epstein-Opfern zum Ausdruck gebracht zu haben. Der Druck auf den Prinzen stieg daraufhin enorm. Immer mehr Sponsoren entzogen ihre Förderung für Projekte, die Andrew als Schirmherr unterstützte.

    Scotland Yard teilte Mitte Oktober mit, eine Anzeige wegen Menschenhandels zur sexuellen Ausbeutung gegen Epstein und eine britische Frau werde nicht weiter verfolgt. Die mutmaßlichen Straftaten hätten sich größtenteils außerhalb Großbritanniens ereignet. Daher fehle die Zuständigkeit. Der BBC zufolge hatte Giuffre die Anzeige erstattet.