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Bayern "entsetzt" über Thüringens Corona-Lockerungen | BR24

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Der Plan von Thüringens Ministerpräsident Ramelow, die Corona-Beschränkungen am 6. Juni aufzuheben, stößt auf breite Ablehnung - auch bei der bayerischen Staatsregierung: Der Plan sei hochgefährlich, Bayerns Nachbarland würde "zu einem Gefahrenherd".

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Bayern "entsetzt" über Thüringens Corona-Lockerungen

Der Plan von Thüringens Ministerpräsident Ramelow, die Corona-Beschränkungen am 6. Juni aufzuheben, stößt auf breite Ablehnung - auch bei der bayerischen Staatsregierung: Der Plan sei hochgefährlich, Bayerns Nachbarland würde zu einem Gefahrenherd.

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Mit scharfer Kritik hat Bayerns Staatsregierung auf die Pläne Thüringens zur Aufhebung der dortigen Corona-Beschränkungen reagiert. Was Thüringen plane, sei ein hochgefährliches Experiment für alle Menschen im Lande, sagte Florian Herrmann (CSU), Leiter der bayerischen Staatskanzlei, im BR.

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Besondere Gefahr, weil Thüringen Bayerns Nachbarland ist

Man sei "entsetzt" darüber, dass elementare Schutzmaßnahmen nun aufgegeben werden sollen. Das komme viel zu früh und sei der aktuellen Situation nicht angemessen. Für Bayern sieht der Staatskanzlei-Chef besondere Gefahren, da Thüringen ein Nachbarland sei und dessen "Corona-Hotspot Sonneberg" direkt an den Freistaat angrenze. Man müsse sich nun überlegen, wie man damit umgehen werde, so Herrmann.

In Thüringen soll der Lockdown zum 6. Juni fallen

Am vergangenen Samstag hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) angekündigt, "den allgemeinen Lockdown zu beenden". Er verwies dabei unter anderem auf die Corona-Zahlen in seinem Bundesland, wo es zuletzt nur noch rund 250 Infizierte gegeben habe. "Der Erfolg gibt uns mit den harten Maßnahmen recht - zwingt uns nun aber auch zu realistischen Konsequenzen und zum Handeln", sagte Ramelow der "Bild am Sonntag".

Demnach wolle er dem Kabinett in der kommenden Woche Vorschläge machen, damit die allgemeinen Schutzvorschriften ab 6. Juni fallen können - frei nach dem Motto "von Ver- zu Geboten, von staatlichem Zwang hin zu selbstverantwortetem Maßhalten", wie er zuvor auf seiner Homepage mitteilte. Ab 6. Juni sollen die landesweiten Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Der Landeskrisenstab soll aufgelöst werden.

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Thüringen will aus dem Corona-Fahrplan ausscheren und seine landesweiten Regeln außer Kraft setzen. Ministerpräsident Ramelow plant diesen Schritt für den 6. Juni.

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