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Bayerische Politiker im Visier von Hackerangriff | BR24

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Auch bayerische Politiker sind offenbar von dem heute bekannt gewordenen Datenleak betroffen. Nachts wurden deshalb auch die CSU-Bundestagsabgeordneten in Kloster Seeon informiert, berichtet Landesgruppenchef Dobrindt.

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Bayerische Politiker im Visier von Hackerangriff

Hacker haben im Internet massenweise Daten und Dokumente von deutschen Politikern veröffentlicht. Auch Informationen zu bayerischen Abgeordneten im Bundes- und Landtag sind darunter.

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Als eine Art Adventskalender haben die Hacker ihre Daten verpackt und jeden Tag im Dezember weitere Informationen veröffentlicht. Der Datenleak wurde wohl erst jetzt bekannt, nachdem der Youtuber Simon Unge in einem Video von einem Hackerangriff auf ihn gesprochen hatte.

Hackerangriff: Auch bayerische Politiker betroffen

In dem Datensatz enthalten sind auch Informationen zu bayerischen Abgeordneten im Bundes- und Landtag. Einzusehen sind Handynummern, Büronummern, E-Mail-Adressen und Adressen. Eine erste BR-Auswertung der Dokumente, die bayerische Politiker betreffen, hat ergeben, dass es sich nicht um politisch brisante Inhalte handelt. Allerdings wurden zum Teil sehr persönliche Daten veröffentlicht wie Bewerbungsschreiben, Rechnungen, parteiinterne und private Kommunikation oder Kontoauszüge.

Fast alle Parteien in den Daten

In Bayern sind alle Parteien außer den Freien Wählern und der AfD betroffen: CSU, SPD, Grüne, Linke und die FDP. Bei der CSU sind zum Beispiel die Mobilnummern von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer oder Digitalstaatssekretärin Dorothee Bär genannt, beim Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe Alexander Dobrindt sind Briefe an die CDU und SPD hinterlegt. Dobrindt sagte bei der CSU-Klausur in Seeon: "Wir sind heute spät nachts darüber informiert worden, dass es da ein Leak gibt, bei dem Daten von Politikern unterschiedlicher Fraktionen betroffen sind. Zurzeit sind die zuständigen Behörden dabei, das aufzuarbeiten.“

"Die Bundesregierung nimmt den Vorgang sehr ernst. Der Hackerangriff wird von den zuständigen Sicherheitsbehörden ausgewertet und analysiert. Dieser Prozess dauert an. Es ist daher für ein Fazit noch zu früh. Aus dem Grund sollten und können derzeit auch noch keine konkreten Schlüsse und Konsequenzen aus dem Angriff gezogen werden.“ Dorothee Bär, Digitalstaatssekretärin

Alte Handynummer von Söder geleakt

Erste Analysen des BR zeigen, dass die Daten zum Großteil stimmen, teilweise sind sie veraltet. So ist die Handynummer von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nicht mehr aktuell, viele andere sind noch korrekt. Bundesinnenminister Horst Seehofer und sein bayerischer Kollege Joachim Herrmann (beide CSU) tauchen nicht im Datensatz auf. Dagegen sind Katharina Schulze von den Grünen, Bayerns FDP-Chef Daniel Föst und Linken-Politiker Klaus Ernst in den Daten erfasst.

Von der SPD sind nach BR-Recherchen zehn aktuelle Abgeordnete im Landtag betroffen - so zum Beispiel Natascha Kohnen und Markus Rinderspacher. Auch alle aktuellen bayerischen SPD-Bundestagsabgeordneten wie Staatssekretär Florian Pronold und Florian Post tauchen in dem Leak auf. Der Münchner Abgeordnete Post sagte dem BR, dass darunter mindestens eine gefälschte Datei eingefügt worden sei, sie enthalte massive fremdenfeindliche Inhalte. Andere Informationen wie zum Beispiel Kontoauszüge seien aber echt.

Die Gefahr bei dem Leak könnte darin bestehen, dass unter authentischen Dokumenten auch Fakes beigemischt werden, um den Ruf von Politikern böswillig zu schädigen.

Roth: Versuch Demokratie zu destabilisieren

Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hat den Hackerangriff auf Politiker, Journalisten und Prominente verurteilt. Die Augsburger Grünen-Politikerin sagte dem BR: "Mit diesem Hackerangriff erleben wir einen sehr ernsten Versuch, unsere Demokratie zu destabilisieren." Es handele sich um einen "massiven Eingriff in demokratische Grundrechte, in Persönlichkeitsrechte und die Meinungsfreiheit." Auch ihre Daten seien veröffentlicht worden – mit der Folge, dass etliche üble Anrufe und Nachrichten bei ihr angekommen seien. Neben den Daten von Claudia Roth wurden auch viele des Grünen Co-Vorsitzenden Robert Habeck abgegriffen. Er will neben einigen weiteren Grünen-Politikern Strafanzeige erstatten.

Wer steckt dahinter?

Im Zuge des Hackerangriffs wurden massenweise Daten und Dokumente von deutschen Politikern, aber auch Journalisten, Moderatoren oder Musikern veröffentlicht. Wer hinter dem Angriff steckt, ist noch unklar. Mittlerweile wurden der Twitter-Account, von dem die Daten stammen und der über 17.000 Follower hatte, und ein zugehöriger Blog gesperrt.