Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

Bauministerium plant steuerliche Förderung von Teilsanierungen | BR24

© BR

Künftig könnte es mehr Fördergelder geben, wenn Hausbesitzer zum Beispiel neue Fenster einbauen, wenn sie besser dämmen oder eine neue Heizung installieren.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Bauministerium plant steuerliche Förderung von Teilsanierungen

Aus dem CSU-geführten Bauministerium gibt es Vorschläge für den Klimaschutz: Teilsanierungen von Gebäuden sollen steuerlich gefördert werden. Der Fokus des Koalitionspartners SPD liegt hingegen auf besseren Neubau-Standards.

1
Per Mail sharen
Teilen

Die CSU setzt immer mehr auf Klimapolitik. Durch eine staatliche Anlage sollen klimafreundliche Investitionen gefördert und Sparern Zinsen beschert werden. Doch das ist noch nicht alles. Auch aus dem Bauministerium kommen unterdessen Vorschläge für mehr Klimaschutz. Staatssekretärin Anne Katrin Bohle hat erneut die Besitzer älterer Häuser ins Visier genommen. Denen möchte Bohle helfen bei der klimagerechten Sanierung, und zwar mit Steuergeldern. Das hatte Bundesbauminister Horst Seehofer bereits im Mai angekündigt.

Klimaschutz: Steuerentlastung bei Teilsanierungen geplant

Der Deutschen Presseagentur sagte Bohle, dass es künftig mehr Fördergelder geben soll, wenn Hausbesitzer neue Fenster einbauen, wenn sie besser dämmen oder eine neue Heizung installieren. Auch wenn nicht das ganze Haus energetisch saniert wird – schon für Teilbereiche soll es steuerliche Entlastung geben, betont Bohle.

Bauminister Seehofer rechnet dadurch zwar mit mindestens einer Milliarde Steuereinnahmen weniger, wenn die Sanierungen für mehr Klimaschutz abgeschrieben werden können. Doch so steht es auch schon im Koalitionsvertrag als Ziel: dass energetische Gebäudesanierung steuerlich gefördert werden solle.

Allerdings streiten sich die Regierungsparteien noch um die Details der Umsetzung. Im Gebäudebereich liegt beim Klimaschutz besonders viel im Argen. Die CO2-Reduzierung ist bisher gleich Null, eher sogar mit Tendenz nach oben. Sie müsste aber drastisch sein, um den erforderlichen Beitrag zum Klimaschutzziel zu erreichen.

Koalition uneinig über Klima-Standards für Neubauten

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) spricht über den Gebäudesektor als "ein Sorgenkind im Klimaschutz". In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kritisierte sie die Anforderungen für Neubauten im geplanten Gebäudeenergiegesetz als zu niedrig. 2050 sollen die Gebäude in Deutschland klimaneutral sein, also unterm Strich kein CO2 mehr ausstoßen. "Darum brauchen wir jetzt Neubaustandards, die uns beim Klimaschutz auf Zielkurs bringen."

Beim Koalitionspartner Union fürchtet man, durch mehr Klimaschutz die Baupreise hochzutreiben. Wohnraum muss bezahlbar bleiben, heißt es aus dem Bundeswirtschaftsministerium. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte zuletzt eine Abwrack-Prämie für Ölheizungen angeregt. Bisher schon fördert die staatseigene Förderbank KfW Fassadendämmungen oder neue Heizungen. Die Erfolgsbilanz ist aber eher mäßig. Die Vorschläge häufen sich, knapp einen Monat vor dem Klimakabinett. Doch ein wirksames Gesamtkonzept scheint nicht in Sicht.