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Bauernverband für lokale Betäubung bei Ferkelkastration | BR24

© dpa-Bildfunk

Ferkel

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    Bauernverband für lokale Betäubung bei Ferkelkastration

    Bauernpräsident Walter Heidl hat sich dafür eingesetzt, dass Landwirte selbst die Möglichkeit bekommen sollten, Ferkel bei der Kastration lokal zu betäuben. Die Lokalanästhesie durch den Bauern werde in Skandinavien schon praktiziert, so Heidl.

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    Der Bundesrat hat es genehmigt, dass weitere zwei Jahre Ferkel ohne Betäubung kastriert werden dürfen. Das hat Bauernpräsident Walter Heidl jetzt erneut zum Anlass genommen für die Forderung, dass Bauern selbst ihre Ferkel örtlich betäuben dürfen.

    Heidl verweist darauf, dass Erzeuger in Skandinavien bereits in Richtung des deutschen Markts drängen. Sie dürften selbst die Lokalbetäubung vornehmen und die Spritze setzen. Hierzulande dagegen müsste ein Tierarzt die lokale Betäubung vornehmen. Doch es fehlten ausreichend Tierärzte, so Heidl. Seinen Worten nach werden Ferkel aus der Region deshalb auch teurer als importierte Tiere. Wegen steigender Kosten und der Konkurrenz aus dem Ausland hätten ohnehin schon viele Erzeuger aufgeben müssen. Das Argument, eine lokale Betäubung wirke nicht, wies Heidl zurück:

    "Wer das behauptet, sollte auf die Spitze beim Zahnarzt verzichten." Bauernpräsident Walter Heidl

    Fristverlängerung beschlossen

    Am Freitag hatte nach dem Bundestag auch der Bundesrat einen zweijährigen Aufschub des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration gebilligt. Dieses sollte eigentlich ab dem Jahreswechsel gelten. Das Verbot der Kastration ohne Betäubung war 2012 beschlossen worden. Die jetzt beschlossene Fristverlängerung wird damit begründet, dass die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht würden.

    Kritik von Tierschützern

    Zahlreiche Organisationen haben den Aufschub heftig kritisiert. Ihrer Meinung nach gibt es Alternativen. Der Tierschutzbund warf der Politik vor, einen Pakt mit der Agrarindustrie eingegangen zu sein. Für das Streben nach ökonomischem Vorteil müssten nun die Ferkel büßen. In Deutschland werden Millionen männlicher Ferkel kurz nach der Geburt ohne Betäubung kastriert. Die Kastration verhindert, dass das Fleisch beim Erhitzen einen unangenehmen Ebergeruch entwickelt.