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Bagger graben Pitztaler Gletscher für Skibetrieb um | BR24

© WWF/Vincent Sufiyan

Bauarbeiten im Pitztaler Gletscher

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    Bagger graben Pitztaler Gletscher für Skibetrieb um

    Auf dem Gletscher im Pitztal werden massive Bauarbeiten durchgeführt, um den Skibetrieb vorzubereiten. Der Naturschutzverein WWF Österreich ist entsetzt, die zuständige Behörde dagegen spricht von "üblichen und notwendigen Vorgängen".

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    Bevor der erste Schnee fällt, wird alles für die kommende Skisaison hergerichtet: Bergbahnen werden gewartet, Weidezäune abgebaut, Beschilderungen geändert. Was auf dem Gletscher im Pitztal passiert, sind jedoch viel massivere Eingriffe in die Natur. Der WWF (World Wide Fund For Nature) Österreich veröffentlichte nun Bilder, auf denen zu sehen ist, wie Bagger den Gletscher umgraben.

    Gletscherbahn beruft sich auf Sicherheit

    "Das schaut massiv aus und das ist es auch", sagt Raimund Waldner, Leiter der zuständigen Bezirkshauptmannschaft Imst der österreichischen Tageszeitung "Kurier". Die Arbeiten seien jedoch rechtskonform.

    "Das ist von der Genehmigung der Skipisten umfasst. Gletscherspalten werden mit vorhandenem Eis zugebaggert. Das ist jährlich notwendig." Raimund Waldner

    Es gehe darum, "einen sicheren Skibetrieb zu gewährleisten", heißt es von der Pitztaler Gletscherbahn. "Da der Gletscher ständig in Bewegung ist, bilden sich über die Sommermonate immer wieder neue kleine und größere Gletscherspalten." Diese zu verfüllen, sei seit Jahrzehnten in allen Tiroler Gletscherskigebieten üblich.

    © WWF/Vincent Sufiyan

    Der abgerissene Berggrat wird neu aufgebaut.

    Der WWF sieht das anderes, er spricht von einem "Ausbauwahn".

    "Im Wettkampf um neue Werbe-Superlative bedeutet moderner Wintertourismus heute enorme Eingriffe in die Natur, noch dazu mit großem Energie- und Ressourceneinsatz." Josef Schrank, WWF Österreich

    Naturschützer fordern Gletscherschutz

    Aufgrund der ständigen Vergrößerung der Tourismusgebiete bleibe von einer intakten Natur nicht mehr viel übrig, warnt Landschaftsökologe Josef Schrank vom WWF Österreich. Um die letzten hochalpinen Naturjuwele vor Verbauung zu bewahren, fordert der Verein einen "echten" Gletscherschutz und klare rechtsverbindliche Ausbaugrenzen. Viel zu oft würden Ausnahmegenehmigungen erteilt, die die Schutzbestimmungen aushebeln würden, so Schrank.

    Im Vorjahr wurde ein paar hundert Meter weiter oben ein kompletter Berggrat abgerissen, um mehr Platz für einen Ziehweg zu schaffen. Diesen Schaden musste der Bergbahnbetreiber beheben, der Grat wurde künstlich wieder aufgebaut.