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Jedes siebte Baby weltweit ist zu leicht | BR24

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Jedes siebte Baby weltweit kommt mit Untergewicht zur Welt. Betroffen sind nach einer Studie etwa 20 Millionen Babys weltweit. Untergewicht gilt als Risikofaktor für frühzeitigen Tod und chronische Erkrankungen.

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Jedes siebte Baby weltweit ist zu leicht

Jedes siebte Baby weltweit kommt mit Untergewicht zur Welt. Betroffen sind nach einer Studie etwa 20 Millionen Babys weltweit. Untergewicht gilt als Risikofaktor für frühzeitigen Tod und chronische Erkrankungen.

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Hat ein Neugeborenes ein Gewicht von unter 2500 Gramm, gilt es als zu leicht. Jedes siebte Baby ist betroffen. Das besagt eine gemeinsame Studie des Londoner Instituts für Hygiene und Tropenmedizin, des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Wissenschaftler haben die Daten von 281 Millionen Geburten in 148 Ländern aus dem Jahr 2015 ausgewertet.

Vor allem die Südsahara ist eine Risikoregion

Drei Viertel der Kinder mit Untergewicht kamen demnach in Südasien und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara zur Welt. Es gibt aber Fortschritte. Der Anteil der betroffenen Neugeborenen sank zwischen 2000 und 2015 um bis zu 1,4 Prozent.

Dennoch sei – vor allem durch das Bevölkerungswachstum – die Zahl der untergewichtigen Babys in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara absolut gesehen gestiegen - und zwar von 4,4 auf fünf Millionen. In Südasien kamen 2015 die meisten Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt, nämlich 8,8 Millionen. In ärmeren Ländern gilt ein unzureichendes Wachstum im Mutterleib als die häufigste Ursache.

In Industrieländern sind Frühgeburten besonders gefährdet

In stärker entwickelten Regionen sind untergewichtige Neugeborene dagegen meist Frühgeburten vor der 37. Schwangerschaftswoche. Einen der niedrigsten Anteile an Babys mit niedrigen Geburtsgewicht wurde für Schweden geschätzt (2,4 Prozent). In den Industrieländern lag der Anteil insgesamt bei sieben Prozent, darunter Deutschland (6,6 Prozent), England (sieben Prozent) und USA (acht Prozent). In den wohlhabenden Ländern Europas, in Nordamerika, Australien und Neuseeland ist die Quote dieser Risikogeburten insgesamt kaum zurückgegangen.

Ein geringes Geburtsgewicht gilt als Risikofaktor: Mehr als 80 Prozent der rund 2,5 Millionen Neugeborenen, die jedes Jahr sterben, haben der Studie zufolge ein niedriges Geburtsgewicht – entweder weil sie zu früh auf die Welt kamen oder weil sie zu klein waren. Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht litten unter einem höheren Risiko für Entwicklungsbeeinträchtigungen und spätere Krankheiten. Dazu gehörten Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Insgesamt leicht positive Entwicklung

Die Studienautoren riefen dazu auf, weltweit jedes Baby sofort nach der Geburt zu wiegen und besser zu versorgen. Sie fordern außerdem Aufklärungskampagnen. 2012 hatten die 195 Mitgliedstaaten der Weltgesundheitsorganisation WHO beschlossen, den Anteil der Geburten mit niedrigem Geburtsgewicht bis 2025 um 30 Prozent zu verringern.

Die neuen Schätzungen dokumentieren laut Unicef aber insgesamt einen leicht positiven Trend. Waren im Jahr 2000 noch 17,5 Prozent der Lebendgeburten zu leicht, ist die Quote fünf Jahre später auf 14,6 Prozent gefallen.