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Autoindustrie entsetzt über EU-Deal für schärfere CO2-Grenzwerte | BR24

© BR/Gabriel Wirth

Die Europäische Union will klimafreundlichere Autos auf die Straßen bringen: Bis 2030 soll der Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen um 37,5 Prozent gesenkt werden. Einschätzungen dazu von BR-Wirtschaftsredakteur Gabriel Wirth.

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Autoindustrie entsetzt über EU-Deal für schärfere CO2-Grenzwerte

Die EU will klimafreundlichere Autos auf die Straßen bringen: Deshalb soll der Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen bis 2030 um 37,5 Prozent sinken. Die Autoindustrie kritisierte die Einigung erwartungsgemäß. Die Grünen fordern weitere Schritte.

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Neue Autos müssen bis 2030 erheblich klimafreundlicher werden: Denn der Kohlendioxid-Ausstoß von Neuwagen soll um 37,5 Prozent im Vergleich zu 2021 sinken. Auf diesen Kompromiss einigten sich die Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments in Brüssel.

Die Vorgaben sind schärfer, als die Autoindustrie und auch die Bundesregierung es ursprünglich wollten. Zu schaffen sind sie nach Einschätzung von Experten nur, wenn neben Benzin- und Diesel-Autos auch immer mehr Fahrzeuge ohne Emissionen verkauft werden - also etwa reine Elektroautos. Dafür müssten die Autobauer ihre Produktion aber deutlich schneller als geplant umstellen.

EU-Beschluss: Automobilindustrie warnt vor Jobverlusten

Entsprechend harsch fällt die Kritik des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) aus: "Diese Regulierung fordert zu viel und fördert zu wenig", teilte der VDA mit. "Niemand weiß heute, wie die beschlossenen Grenzwerte in der vorgegebenen Zeit erreicht werden können."

Schärfste CO2-Ziele der Welt

Nirgends sonst auf der Welt gebe es ähnlich strikte CO2-Ziele, so der Verband weiter. Die europäischen Autobauer würden dadurch stark belastet - und damit seien letztlich Arbeitsplätze gefährdet. Ähnlich äußerte sich der europäische Herstellerverband Acea. Angesichts sinkender Verkaufszahlen stehen die Autohersteller derzeit ohnehin unter erheblichem Druck.

Grüne kritisieren CO2-Kompromiss

Kritik an dem Deal kommt auch von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und den Grünen - ihnen geht die Regelung nicht weit genug. "Das, was jetzt vorgelegt wurde wird nicht dazu ausreichen, dass wir unsere klimapolitischen Ziele erreichen können", sagte DUH-Chef Resch.

Die Umweltexpertin der Grünen, Harms, sprach von einem Armutszeugnis. Um die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens zu erfüllen, reichten die Grenzwerte nicht aus. Harms meinte aber auch: "Dieser Kompromiss ist das Beste, was mit den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten zu erreichen war."

Beeinflusst von der UN-Klimakonferenz

Vertreter der EU zeigen sich ihrerseits zufrieden mit dem Deal: "Es waren harte und sehr zähe Verhandlungen", sagte die österreichische Ratsvorsitzende Köstinger. "Nach dem erfolgreichen Abschluss der Weltklimakonferenz in Katowitz ist dies nun ein nächster wichtiger Schritt, damit wir unsere Klimaziele erreichen." EU-Klimakommissar Arias Cañete nannte die Vereinbarung ehrgeizig und ausgewogen.

Bisher ist in der EU festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen. Davon ausgehend sollen die Werte weiter gesenkt werden. Doch die aktuelle Vorgabe ist für viele Hersteller noch nicht in Reichweite: Der europäische Durchschnitt lag zuletzt bei 118,5 Gramm. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr - Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.

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Weitere Information zur Verweildauer

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Bundesumweltministerin Schulze von der SPD begrüßte die Entscheidung, dass Neuwagen bis zum Jahr 2030 erheblich weniger CO2 ausstoßen dürfen. CDU und CSU hingegen sind skeptisch und die Autoindustrie ist entsetzt.