BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Autogipfel: SPD-Parteichef fordert Fonds für Zulieferer | BR24

© Bayerischer Rundfunk
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Fabian Strauch

Der SPD-Parteichef, Norbert Walter-Borjans, betont das Gewicht der Automobilbranche für Deutschland.

13
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Autogipfel: SPD-Parteichef fordert Fonds für Zulieferer

Der SPD-Parteichef, Norbert Walter-Borjans, hält nach dem digitalen Autogipfel an einem Fonds für die Zulieferer fest. Im Interview auf Bayern 2 betont er das Bedeutung der Automobilbranche für Deutschland.

13
Per Mail sharen
Von
  • Stefan Kreutzer
  • Constanze Kainz

Die Corona-Krise hat die Automobilbranche schwer getroffen. Nach dem digitalen Autogipfel am Dienstagabend hält der SPD-Bundesvorsitzende Norbert Walter-Borjans deshalb an einem Fonds für die Zulieferer fest. Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk sagte er:

"Es geht darum, dass die Zulieferer Eigenkapital bekommen. Eigenkapital kann man bekommen, in dem sich viele zusammentun und einen Fonds bilden für bestimmte Transformationen. Ob der Staat in diesen Fonds einzahlt oder ob es die Automobilhersteller oder Dritte sind, das ist, ehrlich gesagt, mir persönlich ziemlich egal." Norbert Walter-Borjans, SPD-Bundesvorsitzender

Zulieferer stehen unter finanziellem Druck

Laut Walter-Borjans stehen die Zulieferer nicht erst seit Corona unter Druck. Schon seit Jahren machten ihnen die Händler Probleme:

"Die diktieren Preise, mit denen die Zulieferer kaum kalkulieren und schon gar nicht Gewinne machen und Mitarbeiter sicher auf lange Zeit finanzieren und anstellen können." Norbert Walter-Borjans, SPD-Bundesvorsitzender

Diese mittelständische Herstellerstruktur dürfe jedoch nicht in die Krise geraten. Dies könne dazu führen, dass Deutschland durch Aufkäufer aus dem Ausland eine der Grundlagen für die Automobilindustrie verliere. Dabei hält Walter Borjans die Autoindustrie für entscheidend für die Wirtschaft in Deutschland:

"Sie ist die wichtigste Branche, weil ganz viele andere Branchen am Ende auch ihr Einkommen davon haben, dass wir in Deutschland eine Schlüsselindustrie haben, die Automobilbau heißt." Norbert Walter-Borjans, SPD-Bundesvorsitzender

Eine Kaufprämie soll es nicht geben

Dies bedeutet für den SPD-Bundesvorsitzenden jedoch nicht, dass eine Kaufprämie sinnvoll ist:

"Die Lösung kann nicht darin bestehen, dass man für die Hersteller den Preisrabatt übernimmt als Steuerzahler. Und die Lösung kann auch nicht darin bestehen, dass man sie in Technologien bestärkt, von denen man weiß, dass sie sich ändern müssen. Das heißt, wenn der Steuerzahler in die Verantwortung gehen soll, dann muss auch daran sichtbar werden, dass wir helfen, auf die Spur in die Zukunft zu kommen. Und da war insofern die Diskussion gestern eine sehr wertvolle." Norbert Walter-Borjans, SPD-Bundesvorsitzende

Beim Autogipfel am Dienstag verständigte sich die Runde unter Leitung von Kanzlerin Merkel darauf, eine Arbeitsgruppe einzusetzen. Diese soll bis November klären, wie die wirtschaftliche Lage - vor allem die der Zulieferer - verbessert werden kann. Auf eine Kaufprämie für Autos einigte man sich nicht.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!