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Autofahrer in Bottrop wollte Ausländer töten | BR24

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© picture-alliance/Marcel Kusch

Bottrop: Ein Polizeiwagen steht hinter Absperrband auf dem Berliner Platz.

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Autofahrer in Bottrop wollte Ausländer töten

Aus Fremdenhass hat ein Autofahrer in der Silvesternacht im Ruhrgebiet mehrere Fußgänger angefahren und verletzt. Der 50-jährige Deutsche hatte die "klare Absicht, Ausländer zu töten", so der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU).

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Nach der Tat eines 50-Jährigen, der in Bottrop mit seinem Auto in eine feiernde Menschenmenge gefahren ist, sprechen die Ermittler nun von insgesamt vier Tatorten und mindestens fünf Verletzten.

Der Mann habe in der Silvesternacht in der Nachbarstadt Essen noch ein viertes Mal probiert, in eine Personengruppe zu fahren. Dabei sei eine weitere Person leicht verletzt worden, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Dienstagnachmittag in Bottrop.

Innenminister spricht von "klarer Tötungsabsicht"

Es sei von einem gezielten Anschlag auszugehen. Der Mann habe die "klare Absicht gehabt, Ausländer zu töten", so Reul weiter. Das sei in den ersten Vernehmungen des Festgenommenen deutlich geworden. Der Mann aus Essen sei deutscher Staatsbürger. Es werde nun mit Hochdruck ermittelt.

Hinweise auf psychische Erkrankung

Es mache "sehr betroffen, dass so etwas passiert ist", fügte der Innenminister hinzu. Reul hob hervor, in Nordrhein-Westfalen gebe es "keinerlei Toleranz" für Gewalttäter, "egal, von welcher Ecke sie kommen". Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) zeigte sich "entsetzt und tief getroffen" von dem Vorfall. Er hoffe, dass die Verletzten bald genesen würden, erklärte er. Die Polizeipräsidentin von Recklinghausen, Friederike Zurhausen, sagte, der Mann sei bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Schon vorher hatten sich allerdings Hinweise auf eine psychische Erkrankung ergeben. Es sei aber unklar, ob der 50-Jährige derzeit in psychologischer Behandlung sei.

Täter steuert mehrfach gezielt Fußgängergruppen an

Der 50-Jährige fuhr den Angaben zufolge kurz nach Mitternacht in Bottrop absichtlich auf einen Fußgänger zu. Dieser konnte sich jedoch vor einem Zusammenprall retten. Danach fuhr der Mann weiter Richtung Innenstadt und dort in eine Menschengruppe hinein. Mindestens vier Menschen wurden dabei verletzt, einige von ihnen schwer, wie die Polizei mitteilte. Unter den Betroffenen sind syrische und afghanische Staatsangehörige. Eine 46 Jahre alte Frau habe zeitweilig in Lebensgefahr geschwebt, sagte Reul. Auch ein Kind sei verletzt worden.

Festnahme in Essen

Auch im benachbarten Essen versuchte der Mann laut Polizei, seinen silberfarbenen Mercedes in eine Gruppe von Menschen zu fahren. Diese warteten gerade an einer Bushaltestelle. Schließlich wurde der Mann in Essen von der Polizei angehalten und festgenommen. Dabei äußerte er sich den Angaben zufolge fremdenfeindlich.

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  • BR24 Redaktion
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