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Versicherung, Steuer, Reparaturen: Wie teuer kommt Autofahren unterm Strich? Wissenschaftler der Universitäten Mannheim und Yale haben herausgefunden, dass Autofahrer die Kosten deutlich unterschätzen - um durchschnittlich 220 Euro monatlich.

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Studie belegt: Autofahrer unterschätzen KfZ-Kosten deutlich

Versicherung, Steuer, Reparaturen: Wie teuer kommt Autofahren unterm Strich? Wissenschaftler der Universitäten Mannheim und Yale haben herausgefunden, dass Autofahrer die Kosten deutlich unterschätzen - um durchschnittlich 220 Euro monatlich.

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Von
  • Elke Schmidhuber

Autofahren ist vielen Menschen lieb und teuer – der fahrbare Untersatz macht unabhängig und frei. Doch was kostet der Spaß unterm Strich tatsächlich? Was die Mehrheit nicht bedenkt - ein eigenes Auto kostet viel: Versicherung, Steuer, Strafzettel, Parkgebühren, Reparaturen, TÜV, Pflege und was die meisten vergessen, die Fahrzeuge haben einen immensen Wertverlust.

Autofahren kostet doppelt so viel wie gedacht

Wissenschaftler der Universitäten Mannheim und Yale haben herausgefunden, dass die Autofahrer weit daneben liegen, wenn es um die tatsächlichen Kosten des eigenen Fahrzeugs geht. Im Rahmen einer von der Stiftung Mercator geförderten Studie namens "Mobilitätsdaten für die Verkehrswende" wurden über 5.000 Autofahrer befragt. Das Ergebnis: Der Durchschnitt schätzt die monatlichen Kosten für das eigene Fahrzeug um bis zu 50 Prozent zu niedrig, im Schnitt glauben die meisten ein Auto kommt sie auf 220 Euro pro Monat.

Der Fehler: Autofahrer rechnen nur die Tankkosten

Dass dem so ist, ist logisch: Während die Verbraucher den Preis für eine Fahrt mit der U-Bahn oder dem Bus schwarz auf weiß vor Augen haben, bekommen die Autofahrer nur regelmäßig die Kosten an der Tankstelle zu spüren. Steuern, Versicherung, Reparatur und Anschaffungskosten werden als einmalig weit im Hinterkopf als abgegolten gesehen und gerne ignoriert.

"Die Menschen wissen schon, was sie an der Tankstelle abdrücken müssen. Was unterschätzt wird, ist vor allem der Wertverlust des Autos, aber auch Fixkosten, Steuern, Versicherung, Reparaturkosten, die anfallen." Philipp Offergeld, Stiftung Mercator

Am meisten unterschätzt wird von Autobesitzern der Wertverlust bei Neuwagen: Im ersten Jahr liegt der durchschnittlich bei 25 Prozent, im zweiten bei 15 Prozent, im dritten bei zehn Prozent, ab dem vierten Jahr bei fünf Prozent und ab dem elften Jahr nur mehr bei einem Prozent.

Jeder Dritte bereit zum Umstieg

Durchschnittlich liegen bei einem Kleinwagen die Kosten bei 300 Euro, bei einem Mittelklassewagen aber bei über 400 Euro im Monat. Im Autokostenrechner vom ADAC ergeben sich beispielsweise für einen VW Golf 39,4 Cent pro km. Das bedeutet, dass eine Fahrt von zehn Kilometern knapp vier Euro kostet.

Die Forscher haben eine Hochrechnung erstellt:

"Wenn man eine höhere Transparenz der Kosten gestalten würde, würde das den PKW-Besitz um bis zu 37 Prozent senken." Philipp Offergeld, Stiftung Mercator

Immerhin über ein Drittel der Befragten würde sich unter diesen Umständen bereit erklären zu einem Umstieg auf alternative Transportmittel. Dann würden immerhin 17,6 Millionen Autos weniger auf deutschen Straßen fahren.

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