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Autoclubs fordern für E-Scooter breitere Radwege | BR24

© pa / dpa / Sven Hoppe

Ein E-Scooter auf einem Radweg

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Autoclubs fordern für E-Scooter breitere Radwege

Nach mehreren Unfällen mit Elektro-Tretrollern fordern die Autoclubs ADAC und ACE mehr und breitere Radwege. Auto- und Radfahrer würden ohnehin schon unter Platzmangel leiden, mit den neuen Verkehrsteilnehmern verstärke sich das Problem.

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Nach mehreren Unfällen mit Elektro-Tretrollern rufen die Autoclubs ADAC und ACE nach mehr und breiteren Radwegen. "Auto- und Radfahrer leiden schon länger unter den vorhandenen Engpässen in der Verkehrsinfrastruktur", sagte eine ADAC-Sprecherin: "Mit den neuen Verkehrsteilnehmern verstärkt sich das Problem."

Man muss sich erst mal an die Neuen gewöhnen

Die Rollerfahrer, die bis zu 20 km/h schnell sind, müssen Fahrradwege nutzen - gibt es die nicht, müssen sie auf die Straßen ausweichen, Gehwege sind tabu. Eine Helmpflicht für Fahrer von E-Scootern gibt es nicht. Für die beiden Auto-Clubs ist klar: Auto- und Radfahrer müssen sich erst einmal an die neuen Verkehrsteilnehmer gewöhnen. "Für Autofahrer ist es noch schwierig, ihre Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen", sagte eine ACE-Sprecherin.

Seit der Zulassung gab es schon mehrere Unfälle

Seit der Zulassung der E-Scooter vor gut zwei Wochen hat es schon mehrere Unfälle mit Knochenbrüchen gegeben. In Berlin etwa ist eine Fahrerin nach einem Sturz von einem Kleintransporter überrollt worden. Eine Touristin krachte mit ihrem E-Tretroller in einen Lastwagen. Und in Düsseldorf prallte ein E-Scooter-Fahrer mit einer Radfahrerin zusammen.

Unfallforscher rechnen mit weiteren Problemen

Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) rechnet vor allem in den ersten Monaten mit vielen weiteren Unfällen - auch nach eigenen Testfahrten mit einem E-Scooter: "Man glaubt ziemlich schnell, dass man sicher unterwegs ist." Den Scooter-Lenkern fehle aber Erfahrung im Verkehr - etwa, wie der Roller reagiere, wenn man plötzlich auftauchenden Fußgängern schnell ausweichen müsse. Zudem sei die Versuchung groß, die Geschwindigkeit austesten.

Internationale Erfahrungen zeigen Risiken auf

Internationale Studien und Daten weisen laut Christopher Spering von der Klinik für Unfallchirurgie der Universitätsmedizin Göttingen auf ein hohes Verletzungsrisiko für Scooter-Fahrer hin. In den USA etwa, wo E-Tretroller schon länger zugelassen sind, hatten Forscher Anfang des Jahres Daten aus Notfallambulanzen von zwei Kliniken in Südkalifornien ausgewertet: Demnach kamen in den beiden Kliniken innerhalb von einem Jahr 249 Patienten nach einem Unfall mit E-Scooter-Beteiligung in die Notaufnahme. Die meisten von ihnen waren Scooter-Fahrer.

© BR / Gut zu wissen

Am Elektro-Roller scheiden sich die Geister. Die einen halten ihn für eine sinnvolle Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs. Die anderen befürchten noch mehr Ärger und Unfälle auf Rad- und Fußwegen.