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Polizei: Autofahrer absichtlich in Rosenmontagszug gerast | BR24

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Im hessischen Volkmarsen ist ein Auto in den Karnevalsumzug gefahren. Mindestens zehn Menschen wurden verletzt. Der Fahrer wurde festgenommen.

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Polizei: Autofahrer absichtlich in Rosenmontagszug gerast

Ein Autofahrer ist bei einem Rosenmontagszug im hessischen Volkmarsen in eine Menschenmenge gerast. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nun gegen den 29-Jährigen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes und hat eine zweite Person festgenommen.

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Wie der Hessische Rundfunk berichtet, war ein 29-jähriger Fahrer eines Mercedes-Kombi gegen 14:30 Uhr in eine Gruppe von Menschen gefahren. Dabei soll es nach Polizeiangaben 30 Verletzte gegeben haben, sieben Personen darunter schwer. Laut einem Augenzeugen fuhr das Auto etwa 30 Meter weit in die Menge, ehe es zum Stehen kam. Der Fahrer habe dabei nochmals Gas gegeben. Wie ein Polizeisprecher am Abend mitteilte, ermittelt die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft nun wegen versuchten Tötungsdeliktes.

Fahrer war Polizei bereits bekannt

Der Fahrer des Mercedes war nach ersten Erkenntnissen den Behörden nicht als Extremist bekannt. allerdings war er der Polizei nach dpa-Informationen durch Beleidigung, Hausfriedensbruch und Nötigung bereits aufgefallen.

Zweite Festnahme am Abend - Zusammenhang offen

In der Zwischenzeit hat es nach Angaben des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill eine zweite Festnahme gegeben. Noch sei unklar, ob der Festgenommene als Tatverdächtiger gelte oder ein Zeuge sei.

Innenministerium kann Anschlag nicht ausschließen

Medienberichten zufolge schilderten Zeugen, dass der Fahrer die Absperrung umfahren habe und dann mit Vollgas auf die Menschenmenge zugerast sei. Die Zeugen hätten den Eindruck gehabt, dass der Fahrer es vor allem auf Kinder abgesehen hatte.

Ein Sprecher des hessischen Innenministeriums erklärte, man könne einen Anschlag noch nicht ausschließen. Die Polizei möchte den Autofahrer befragen, dieser ist jedoch aktuell nicht vernehmungsfähig. Bei dem Mann soll es sich laut der Nachrichtenagentur dpa, die auf Sicherheitskreise beruft, um einen deutschen Staatsbürger handeln.

Erster Vorfall am Sonntag

Zum Rosenmontagszug waren in Volkmarsen rund 1.500 Menschen erwartet worden. Die Kleinstadt hat rund 6.800 Einwohner. Sie ist rund 30 Kilometer von Kassel entfernt.

Bereits am Sonntag hatte es nach Angaben der örtlichen Feuerwehr einen Zwischenfall bei einer Karnevalsveranstaltung in einer Halle in Volkmarsen gegeben: Wegen eines Feueralarms seien der Veranstaltungsort geräumt und der betroffene Bereich kontrolliert worden, schrieb die Feuerwehr auf Facebook. Der Grund für den Alarm sei nicht feststellbar gewesen, anschließend sei die Veranstaltung nach einer kurzen Unterbrechung fortgesetzt worden. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, ist unklar.

Weitere Umzüge in Hessen abgebrochen

Infolge der Tat sei vorsorglich jeder Rosenmontagsumzug in Hessen "gestoppt und abgesagt" worden, teilte die Polizei auf Twitter mit. Das Ministerium gab in Wiesbaden bekannt, dass aus Sicherheitsgründen am Montag keine weiteren Karnevalsumzüge mehr stattfinden könnten.

Die Sicherheitsmaßnahmen für den großen Karnevalsumzug im rheinland-pfälzischen Mainz wurden nach den Meldungen aus Hessen modifiziert. Drohnen sind nun explizit an den Zufahrtsstraßen im Einsatz, um auffällige Fahrzeugbewegungen frühzeitig zu erkennen.

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Kein Anschlag, aber ein Vorsatz. Die Polizei hat noch keine Angaben über das Motiv des 29-jährigen Täters. Der Mann ist nicht vernehmungsfähig. Augenzeugenberichten zufolge wollte er mit seinem Auto möglichst viele Kinder überfahren.

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