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Männliche Küken
© pa/dpa/Bernd Wüstneck

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Birgit Schmeitzner
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Männliche Küken

Mit Blick auf das Tierwohl wird an Alternativen zum Töten männlicher Küken geforscht - nun hat eine davon Marktreife erreicht: "Seleggt".

Es geht darum, das Geschlecht bereits im Brutei zu bestimmen, damit die männlichen Küken gar nicht erst ausgebrütet werden. Für Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) ist das ein deutlich erkennbarer Schritt hin zu mehr Tierwohl: "Denn mit diesem Verfahren gibt es für das Töten männlicher Legehennen-Küken auf Dauer eben keinen Grund und keine Rechtfertigung mehr." Zumindest, wenn es serienreif ist. Das ist noch Zukunftsmusik, bisher spricht die Ministerin von einer "Marktreife".

Laser brennt 0,3 Millimeter großes Loch in Schale

Dieses "Seleggt"-Verfahren funktioniert so: Ein Laser brennt ein Loch in die Kalkschale. Dadurch bekommt man Zugang zur Flüssigkeit im Ei und kann bestimmen, ob der Embryo weiblich ist und das Ei weiter bebrütet wird, oder ob er männlich ist. In diesem Fall werden die Eier in der Brüterei aussortiert und zu Tierfutter verarbeitet. Zunächst hatten die Entwickler die Probe mit einer Spritze entnommen, das allerdings erwies sich als zu umständlich. Inzwischen wird das Ei gedreht, und - ausgelöst durch einen Luftstoß auf die Schale - tritt Flüssigkeit aus.

Zusammenarbeit mit Handel

Das Bestimmungsverfahren wird von einer Brüterei an der deutsch-niederländischen Grenze angewandt. Aus den dort selektierten Eiern sind inzwischen Legehennen geschlüpft. In den kommenden Tagen wird der Einzelhandel die ersten Eier anbieten, die diese Hennen gelegt haben. Rund 220 Rewe- und Penny-Märkte in Berlin machen den Anfang, die Kette will das bis Ende des kommenden Jahres auf alle Filialen bundesweit ausdehnen.

Auf die Eier wird eine Lizenzgebühr aufgeschlagen, die "Seleggt"-Geschäftsführer Ludger Breloh zufolge die Forschung nachträglich finanziert. Der Sechserpack Eier kostet zehn Cent mehr.