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Viele Auswanderer trifft die Corona-Pandemie hart - sie kämpfen um ihre Existenz.

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    Überlebenskampf im Urlaubsparadies: Auswanderer in Corona-Not

    Die Corona-Pandemie hat kaum eine Branche so hart getroffen wie den Tourismus. Er ist fast vollständig zum Erliegen gekommen. Report München hat Deutsche an Kroatiens Küste und auf Mallorca besucht, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen.

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    Von
    • Nikolaus Neumaier
    • Benedikt Nabben

    Seit dem Wochenende gilt Mallorca nicht mehr als Corona-Risikogebiet, die 7-Tages-Inzidenz auf der Insel liegt unter 20. Ein Lichtblick für Christophorus Heufken. Seit mehr als zwei Jahrzehnten betreibt der aus Essen stammende Schauspieler ein kleines Hotel im Norden der Insel. Seit dieser Woche rufen nun viel mehr Leute an, reservieren Zimmer für die nächsten Wochen. Schon zu Ostern rechnet er mit einem vollen Hotel.

    Man hört die Erleichterung in der Stimme von Christophorus Heufken, denn lange hätte er ohne Gäste nicht mehr durchhalten können. Seine Ersparnisse sind aufgebraucht: "Das sind natürlich finanzielle Sorgen. Ich kenne viele Leute, die haben nichts mehr zu essen. Ich kenne viele, die das nicht sagen, die das verheimlichen. Die waren hier vor einem Jahr gut situierte Leute und die sind jetzt bankrott."

    Arbeitslosigkeit steigt um knapp 50 Prozent

    Das große Problem auf Mallorca ist die Abhängigkeit vom Tourismus. Der Großteil der Hotels, Restaurants und Clubs ist seit einem Jahr geschlossen – deswegen ist die Arbeitslosigkeit auf Mallorca in den vergangenen zwölf Monaten um knapp 50 Prozent gestiegen.

    Die Hoffnung auf die bevorstehende Tourismus-Saison ist immens, gleichzeitig haben viele Angst, dass mit den Touristen auch das Virus wieder zurückkommen könnte. Ein erneuter Lockdown wäre für Christophorus Heufken und sein kleines Hotel das Aus: "Wenn jetzt noch mal ein dicker Einbruch kommt, geht hier alles den Bach runter. Und dann gehen wir auch mit."

    Impfung als Rettung?

    Elmar Vogel will sich seine Zuversicht nicht nehmen lassen. Nicht von Corona und nicht von den unsicheren Zukunftsaussichten. Der 66-Jährige stammt aus Unterfranken. Auf der kroatischen Insel Mali Lošinj betreibt er seit 40 Jahren eine Surf- und Katamaranschule. Mit sechs Angestellten konnte er bislang gut davon leben. Außer den Kursen vermietet er auch Mountainbikes und Stand-Up-Paddle-Boards. Die Insel ist für Urlauber aus Deutschland vergleichsweise nah gelegen. Aus Bayern und Österreich reisen viele mit dem Auto an.

    Elmar Vogel hofft darauf, dass die urlaubshungrigen Gäste auf jeden Fall ab Pfingsten kommen werden: "Ich bin eigentlich sehr optimistisch und rechne mit einer starken Hauptsaison. Bis dahin sind die meisten Menschen schon geimpft, und alle die geimpft sind, dürfen gerne kommen." Doch bis wann die Impfung für genug Menschen wirklich verfügbar ist, das weiß momentan niemand. Das Ostergeschäft wird wohl ins Wasser fallen: "Das wird sehr, sehr wenig sein. Ostern kann man fast abschreiben", glaubt er.

    Hoffen auf eine fast normale Saison ab Pfingsten

    Die Insel Mali Lošinj lebt vom Tourismus, wie auch die anderen Inseln Cres oder Krk und die Orte an der Küste. Istrien und die Kvarner Bucht gehören zu den beliebtesten Urlaubsregionen in Kroatien. Tourismusministerin Nikolina Brnjac will es den Urlaubern diesmal so leicht wie möglich machen, ins Land zu kommen. Mit zertifizierten Tests, die Offenheit zulassen und für die Urlauber auch kostenlos sein sollen.

    Dafür wurde ein eigenes Programm kreiert: "Stay safe in Croatia". Es soll besondere Sicherheit garantieren. Doch auch der diskutierte Impfpass ist für die Kroaten ein wichtiges Mittel zurück zum unbeschwerten Reisen. Und dass es jetzt schon Reservierungen für Ostern gibt, findet die Tourismusministerin gut. Vor wenigen Tagen meinte sie: "Wir planen, touristische Test-Spots einzurichten, an denen wir sowohl Antigen- als auch PCR-Schnelltests anbieten würden". Doch bei allen Schritten will die kroatische Regierung europatreu handeln und das bedeutet: keine nationalen Alleingänge.

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