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Auswärtiges Amt verurteilt Iran wegen Tankerblockade | BR24

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Öltanker Stena Bulk

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Auswärtiges Amt verurteilt Iran wegen Tankerblockade

Die Lage im Persischen Golf bleibt angespannt: Der Iran hält weiter einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker fest. London drohte Teheran mit "ernsten Konsequenzen" und auch die Bundesregierung hat deutliche Worte gewählt.

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Die Lage im Persischen Golf bleibt angespannt: Der Iran hält weiter einen unter britischer Flagge fahrenden Öltanker fest. London drohte Teheran mit "ernsten Konsequenzen" und auch die Bundesregierung hat deutliche Worte gewählt. Nach den jüngsten Zwischenfällen mit zwei Handelsschiffen in der Straße von Hormus hat die Bundesregierung das Vorgehen des Iran aufs Schärfste verurteilt. Teheran müsse den festgesetzten Öltanker "Stena Impero" und seine Besatzung "unverzüglich" freigeben, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. "Dies ist ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die zivile Schifffahrt, der eine ohnehin angespannte Lage gefährlich weiter verschärft", erklärte ein Ministeriumssprecher.

Gestern hatten die Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) nach eigenen Angaben zunächst zwei Schiffe festgesetzt. Der unter liberianischer Flagge fahrende Tanker "Mesdar" des britischen Unternehmens Norbulk Shipping UK war nach kurzer Zeit wieder freigegeben worden.

Tanker soll Fischerboot gerammt haben

Anders die unter der britischen Flagge fahrende "Stena Impero": Sie habe auf ihrer Route ein kleines iranisches Fischerboot gerammt und dabei beschädigt, berichtete die amtliche iranische Nachrichtenagentur Irna. Weil die Besatzung auch nicht auf Funksprüche reagiert und mit ihrem Verhalten internationale Schifffahrtsgesetze missachtet habe, sei der Tanker am Freitag für eine Untersuchung in einen iranischen Hafen eskortiert worden, hieß es von der iranischen Revolutionsgarde.

© BR

Festgesetzter Britischer Tanker bei Hormus

Die schwedische Reederei "Stena Bulk", der das Schiff gehört, teilte mit, der Tanker habe sich an sämtliche internationale Vorschriften gehalten. Demnach befand sich das Schiff auf dem Weg nach Saudi-Arabien, als sich mehrere kleine Schiffe und ein Hubschrauber dem Schiff näherten. Um 17 Uhr am Freitag verlor die Reederei Kontakt zu ihrem Schiff. An Bord befinden sich 23 Seeleute aus Russland, Lettland, Indien und von den Philippinen. Laut Nachrichtenagentur ISNA befindet sich keine Ladung an Bord.

Straße von Hormus meiden!

Der britische Außenminister Jeremy Hunt drohte der Führung in Teheran mit "ernsten Konsequenzen", sollte sie die "Stena Impero" nicht bald freigeben. In einem Interview des Senders SkyNews sagte er aber auch, militärische Optionen würden nicht erwogen. "Wir halten nach einem diplomatischen Weg Ausschau, um diese Situation zu lösen."

Der Chef der britischen Schifffahrtskammer, Bob Sanguinetti, sprach von einer Eskalation, die klar mache, dass mehr Schutz für Handelsschiffe in der Meerenge benötigt werde, durch die ein Fünftel des globalen Rohölbedarfs transportiert wird. Nach der Cobra-Sitzung teilte ein Regierungssprecher mit, dass allen britischen Schiffen dazu geraten werde, die Straße von Hormus und umliegende Gewässer bis auf Weiteres zu meiden.

Mehrere Zwischenfälle mit Tankern und Drohnen

Die Spannungen in der Region hatten sich in den vergangenen Monaten immens verschärft. Die Handelsschifffahrt wurde in den Konflikt zwischen den USA und dem Iran hineingezogen. Es kam zu mehreren Zwischenfällen mit Tankern und Drohnen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Donnerstag, ein US-Marineschiff habe in der Straße von Hormus eine iranische Drohne zerstört. Teheran widersprach.

Großbritannien und der Iran streiten zudem über einen in Gibraltar festgesetzten iranischen Öltanker. Nach den Vorfällen am Freitag kündigte Trump an, sich eng mit Großbritannien abstimmen zu wollen. Er betonte aber auch, dass die USA nicht viele Tanker hätten, die in dem Seegebiet unterwegs seien. Die Vereinigten Staaten treiben derzeit eine Initiative namens "Operation Sentinel" zum Schutz von Handelsschiffen in der Region voran. Dabei soll es vor allem darum gehen, die Straße von Hormus mit erhöhter Militärpräsenz in der Region besser zu überwachen.