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Australien muss Steuer an Rucksacktouristen zurückzahlen | BR24

© pa/dpa/Bildagentur-online

Mit einem "Working Holiday"-Visum konnten Urlauber in Australien reisen - und arbeiten, mussten dafür aber seit 2017 Steuern zahlen

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    Australien muss Steuer an Rucksacktouristen zurückzahlen

    Ein Urlaub in Australien ist nicht gerade preiswert. Viele Rucksacktouristen verdienen sich deshalb vor Ort Geld dazu und müssen dafür Steuern zahlen. Unzulässig - entschied jetzt ein Gericht. Auch viele Deutsche dürfen auf eine Rückzahlung hoffen.

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    Mehrere zehntausend ausländische Rucksacktouristen, die sich ihren Urlaub in Australien mit Billig-Jobs finanziert hatten, können auf eine Rückzahlung der dortigen Finanzämter hoffen. Ein Bundesgericht in Brisbane hat die sogenannte "Backpacker-Steuer" für unzulässig erklärt.

    Backpacker mussten 15-prozentige Abgabe zahlen

    Die Entscheidung betrifft auch zahlreiche junge Leute aus Deutschland. Denn seit 2017 mussten Rucksacktouristen ("Backpacker"), die sich mit einem "Working Holiday"-Visum Geld dazu verdienten, auf ihre Einkünfte eine 15-prozentige Abgabe zahlen.

    Richter sieht Diskriminierung durch die Steuer

    Dem Gericht zufolge dürfen Arbeitskräfte aus Ländern, mit denen Australien Steuerabkommen hat, aber nicht zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Richter John Logan sagte in der Urteilsbegründung, dies wäre "eine verkappte Form der Diskriminierung auf Grund der Staatsbürgerschaft".

    Geklagt hatte die britische Rucksack-Touristin, Catherine Addy. Neben Großbritannien hat Australien entsprechende Steuerabkommen auch mit Deutschland, Finnland, Norwegen, der Türkei, den USA, Japan und Chile.

    Steuerrückzahlung an etwa 75.000 Ausländer

    Nach Informationen des australischen Senders ABC können nun etwa 75.000 Ausländer damit rechnen, Geld von der Steuerbehörde Australian Tax Office (ATO) zurückzubekommen. Die Gesamtsumme bezifferte der Sender auf mehrere Hundert Millionen Euro.

    Die Steuerbehörde will nun prüfen, ob sie gegen die Entscheidung in Berufung geht.

    Rucksacktouristen im Gastgewerbe oder auf Farmen beschäftigt

    Pro Jahr vergibt Australien an etwa 150.000 Ausländer ein Arbeitsvisum. Darunter sind nach Schätzungen etwa 25.000 deutsche Bundesbürger. Viele arbeiten im Gastgewerbe oder auf Farmen.

    Trotz scharfer Kritik von Tourismus- und Landwirtschaftsverbänden hatte die Regierung die Steuer Anfang 2017 eingeführt. Zuvor mussten Rucksack-Touristen, genauso wie Australier, keine Steuer bezahlen, solange ihr Einkommen 18.200 australische Dollar (umgerechnet knapp 11.200 Euro) nicht überstieg.