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Ausschreitungen bei Corona-Demo in Kassel | BR24

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Bildrechte: pa/dpa

Mehr als 20.000 Menschen haben in Kassel gegen die Politik der Bundesregierung protestiert. Die Stadt hatte nur 6.000 Teilnehmer genehmigt. Viele trugen keinen Mund- und Nasenschutz, auch die Abstandsregeln wurden missachtet.

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Ausschreitungen bei Corona-Demo in Kassel

Tausende sind am Samstag dem Aufruf gefolgt, in Kassel gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Die Polizei konnte die Versammlungsauflagen nicht durchsetzen. Es kam zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.

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  • BR24 Redaktion

Mehr als 20.000 Menschen haben nach Polizeischätzung in Kassel gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Dabei wurden massiv die gerichtlich bestätigten Auflagen der Stadt missachtet, die eigentlich nur 6.000 Teilnehmer an zwei Orten in der Peripherie zugelassen hatte.

Viele Teilnehmer hielten sich nicht an die Auflage, Mund- und Nasenschutz zu tragen. Während eines illegalen Demonstrationszuges durch die Innenstadt kam es am Mittag zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten und mit der Polizei. "Solche Angriffe tolerieren wir nicht. Friedlicher Protest sieht anders aus", schrieb die Polizei auf Twitter.

Polizei setzt auf Deeskalation

Am Nachmittag ging es dann etwas friedlicher zu: Die Demonstranten auf dem zentralen Friedrichsplatz waren bunt gemischt: Familien, Querdenker, Selbstständige, Verschwörungstheoretiker, Hippies und Impfgegner.

Wer genau zu welchem Lager gehörte, war nur zu erahnen: Regenbogen-Fahnen wehten neben Flaggen verschiedenster Länder, "Merkel muss weg"- und "Schluss mit dem Lockdown"-Transparente standen neben "Gegen-Rassismus"-Schildern. So riefen ein paar offensichtliche Gegendemonstranten "Nazis raus" – und das Lager der Demonstranten stimmte mit ein. Masken trugen wenige und auch auf den Abstand achtete kaum jemand.

Die Polizei war nur an wenigen Orten mit Wasserwerfern und Einsatzkräften präsent und setzte offenbar auf Deeskalation. Selten versuchte sie die Regeln durchzusetzen, bei den nicht genehmigten Umzügen um den Stadtkern hielt sie sich zurück, bevor am Nachmittag dann viele Demonstranten abwanderten.

Insgesamt 20.000 Teilnehmer

Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 20.000 im gesamten Innenstadtbereich. An dem vom Hessischen Verwaltungsgerichtshof genehmigten Kundgebungsort fanden sich zunächst nur wenige Menschen ein. Später waren aber auch dort in etwa die zugelassenen 6.000 Teilnehmer vor Ort, um gegen die Corona-Politik Deutschlands zu demonstrieren.

Polizei mit Großaufgebot

Die hessischen Polizei-Kräfte erhielten Unterstützung aus Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Auch die Bundespolizei, Wasserwerfer und ein Hubschrauber waren im Einsatz. Zu der Demonstration hatten Veranstalter unter dem Motto "Freie Bürger Kassel - Grundrechte und Demokratie" aufgerufen und bis zu 1. 500 Teilnehmer angekündigt.

Demonstriert werden durfte laut Beschluss des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) vom Freitag nur auf dem Messegelände Schwanenwiese mit bis zu 5.000 Teilnehmern und dem angrenzenden Platz der Deutschen Einheit mit maximal 1.000 Menschen. Es gelten weitere Auflagen wie das Tragen einer medizinischen Maske als auch ein Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen den einzelnen Teilnehmern.

Demo war ursprünglich verboten

Die Stadt Kassel hatte die Versammlungen wegen der zuletzt steigenden Zahl von Corona-Infektionen zunächst verboten. Außerdem war nach Ansicht der Stadt davon auszugehen, dass vor allem Mitglieder der sogenannten Querdenker-Szene kämen, weshalb nach Erfahrungen in Kassel und anderswo nicht auszuschließen sei, dass coronabedingte Auflagen missachtet würden.

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