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Ausländische Studierende dürfen nun doch in den USA bleiben | BR24

© Claudia Sarre/ARD

Eigentlich sollten ausländische Studenten in den USA gezwungen werden, das Land zu verlassen, wenn ihre Universitäten im Herbst nur noch Online-Kurse anbieten - wie hier in Harvard. Doch nun machte die Regierung von Präsident Trump einen Rückzieher.

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Ausländische Studierende dürfen nun doch in den USA bleiben

Eigentlich sollten ausländische Studenten in den USA gezwungen werden, das Land zu verlassen, wenn ihre Universitäten im Herbst nur noch Online-Kurse anbieten. Doch nun machte die US-Regierung von Präsident Trump einen Rückzieher.

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Ausländische Studierende an US-Hochschulen können aufatmen: Die Regierung von Präsident Trump zieht die angedrohte Ausweisung wegen der Corona-Pandemie zurück.

Bei einer gerichtlichen Anhörung in Boston, einigten sich die Regierung und zwei Universitäten, die geklagt hatten, darauf, dass internationale Studierende in den USA bleiben dürfen – selbst wenn ihre Uni im Herbst Corona-bedingt nur Online-Seminare und Vorlesungen anbietet.

Gute Nachricht auch für Studierende aus Deutschland

Die Entscheidung kam überraschend, vor allem überraschend schnell. Und sie verbreitete sich wie ein Lauffeuer unter den internationalen Studierenden. Auch Vincent Stüber aus Deutschland, der an der Columbia University in New York studiert, wusste sofort Bescheid. "Die Whatsapp-Gruppen waren sehr intensiv in den letzten Tagen", erzählt er.

Erst vergangene Woche hatte die Einwanderungsbehörde angekündigt, dass ausländische Studenten nicht mehr in den USA bleiben dürfen, sofern ihre Universitäten im kommenden Wintersemester nur Online-Unterricht anbieten. Ihr Argument: Online könne man schließlich von überall studieren. Die Studierenden müssten entweder an eine Uni wechseln, die Präsenzveranstaltungen anbietet, oder sie müssten ausreisen – so die Drohung der Trump-Regierung.

Universitäten hatten gegen Regierung geklagt

Der Präsident selbst hatte in der vergangenen Woche klargemacht, er bestehe darauf, dass Schulen und Universitäten im Herbst wieder öffnen. Die Drohung, Studenten auszuweisen, könnte nach Ansicht von Beobachtern ein Versuch gewesen sein, dieser Forderung mehr Nachdruck zu verleihen.

Hunderte Unis – darunter die Harvard University und das renommierte MIT - hatten allerdings gegen die Pläne der Regierung geklagt. Vincent Stüber fühlte sich gut unterstützt: "Auch sehr viele Interessensgruppen haben bekundet, dass es nicht im Sinne der USA ist, nicht im Sinne der Unis und nicht im Sinne der Studierenden."

"Einfacher, sich wieder zu freuen und zu planen"

Tatsächlich sind viele Colleges und Hochschulen in den USA auf die Einnahmen aus den Studiengebühren internationaler Studenten angewiesen. Auch das mag ein Faktor gewesen für die Entscheidung, die bei einer gerichtlichen Anhörung in Boston fiel.

"Ich freu mich vor allem, dass der Druck abfällt, was diese Entscheidung bedeutet hätte", sagt Stüber. "Da wird es jetzt für mein Umfeld und auch für mich einfacher, sich darauf wieder zu freuen und planen zu können."

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