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Auschwitz-Komitee begrüßt Merkel-Besuch in der Gedenkstätte | BR24

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Die Kanzlerin besucht heute zum ersten Mal das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Begleitet wird die Kanzlerin von Christoph Heubner, Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees. Er sieht in dem Besuch ein wichtiges politisches Signal.

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Auschwitz-Komitee begrüßt Merkel-Besuch in der Gedenkstätte

Kanzlerin Merkel besucht heute zum ersten Mal das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Begleitet wird Merkel von Christoph Heubner, Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees. Er sieht in dem Besuch ein wichtiges politisches Signal.

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In der Bayern 2-radioWelt begrüßte Christoph Heubner, Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees, den heutigen Besuch von Bundeskanzlerin Merkel im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz:

Es ist ein Höhepunkt für die Überlebenden, die das als einen sehr bewusst gesetzten Akt der Solidarität mit ihnen empfinden. Christoph Heubner, Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees

Der Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees hob lobend die finanzielle Unterstützung der internationalen Jugendbegegnunsstätte in Auschwitz durch Deutschland hervor. Durch sie würde jungen Menschen "ein Reflektieren der Erinnerungen und der Erklärungen" ermöglicht. Gleichzeitig forderte er noch mehr Unterstützung dafür, jungen Menschen beziehungsweise Schulklassen einen Besuch dieses Ortes der Erinnerung zu ermöglichen. Das Wissen über die historischen Geschehnisse nehme ab, warnte Heubner: "An dem Punkt gibt es eine politische Verpflichtung der Regierung und auch der Bundeskanzlerin, diese Fahrten zu ermöglichen." Daher habe der erstmalige Besuch der Kanzlerin in Auschwitz große Bedeutung:

Für die Überlebenden ist das der zentrale Ort ihrer eigenen Identität. Da liegt ihr Leid, da liegen ihre Toten, und da sind ihre Erinnerungen. Das bleibt. Christoph Heubner, Vizepräsident des internationalen Auschwitz-Komitees

Besorgt zeigte sich Heubner über das weltweite Anwachsen des Antisemitismus. "Die Entwicklungen gehen in Richtung eines Antisemitismus, der immer mehr mit Aggressivität und Hass beladen ist und mittlerweile auch vor Waffengewalt nicht mehr zurückschreckt", betonte er. Heubner warnte davor, wegzusehen: "Man soll wach sein. Es ist Zeit, sich aus dem Schlafwagen der Demokratie zu entfernen und sich klar zu machen, dass wir alle herausgefordert sind, besonders junge Leute, sich am Schutz der Demokratie durch aktive Teilnahme zu beteiligen.“ Das gelte für das tägliche Leben und auch für das Internet. Man solle das Feld nicht den anderen überlassen, forderte Heubner.