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Ausbreitung des Coronavirus: Johnson macht die Schulen dicht | BR24

© dpa/Matt Dunham

Boris Johnson

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    Ausbreitung des Coronavirus: Johnson macht die Schulen dicht

    Lange Zeit reagierte Großbritannien nur zögerlich auf die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie. Jetzt lässt Premier Johnson alle Schulen schließen. Doch das könnte nur der Anfang drastischer Maßnahmen sein.

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    In ganz Großbritannien soll der Schulbetrieb wegen der Corona-Krise am Freitag eingestellt werden. Das kündigte Premierminister Boris Johnson an. Die Maßnahme kommt nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Infizierten-Zahlen. Innerhalb eines Tages wurden um ein Drittel mehr Tote gezählt. Die Zahl der registrierten Infizierten liegt bei 2.626, die der Toten bei 104. Die Zahl der Infizierten könnte noch deutlich höher sein. Bisher wurde wenig getestet. Experten schätzen, dass sich bereits Zehntausende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt haben könnten.

    Zahl der Tests soll erhöht werden

    Johnson will nun die Zahl der Tests von etwa 5.000 täglich auf 25.000 verfünffachen. Es dürfte allerdings mindestens vier Wochen dauern, bis diese Zahl erreicht ist. Großbritannien hatte zu Beginn nur sehr langsam auf die Krise reagiert. Ein Regierungsberater begründete dies unter anderem damit, dass eine "Herdenimmunität" gegen das Virus aufgebaut werden müsse. Erst bei einem gewissen Durchseuchungsgrad in der Bevölkerung könne kollektiver Schutz erzielt werden.

    Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock hat allerdings inzwischen widersprochen. "Herdenimmunität" sei nicht das Ziel der Strategie, sagte er. Ohnehin hat die Regierung mittlerweile eine Kehrtwende vollzogen. Die meisten Kultureinrichtungen und auch die meisten Gaststätten sind inzwischen geschlossen. Auch die meisten Universitäten haben bereits den Lehrbetrieb eingestellt oder auf Fernvorlesungen umgestellt. Johnson rief die Briten auch erneut auf, von zu Hause aus zu arbeiten und größere Versammlungen, Restaurants und Pubs zu meiden. Bislang bleibt das aber nur eine Empfehlung.

    Sondergesetz geplant

    Die britische Regierung plant zudem noch weitere Einschränkungen. Ein auf der Website der Regierung veröffentlichter Gesetzentwurf sieht unter anderem vor, dass Polizisten künftig Menschen wegen des Verdachts auf eine Coronavirus-Infektion festnehmen und zum Test zwingen können.

    Zudem soll es möglich sein, frühere Mitarbeiter im Gesundheitsdienst oder Sozialarbeiter aus dem Ruhestand zurückzurufen. Laut einem Bericht der "Times" sollen die Sondergesetze noch in dieser Woche ohne Parlamentsabstimmung verabschiedet werden und kommende Woche in Kraft treten.

    Nur bei Bedarf

    Das Gesetz wurde in Abstimmung mit den Regierungen in Schottland, Wales und Nordirland sowie Oppositionsparteien in London ausgearbeitet. Es soll für zwei Jahre gelten, die einzelnen Bestimmungen sollen bei Bedarf aktiviert werden. Gesundheitsminister Hancock beschwichtigte. Das Coronavirus-Notgesetz soll nur umgesetzt werden, wenn es "absolut notwendig ist", versicherte er.

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