Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt
Zurück zur Startseite
Deutschland & Welt

"Aus dem Picknick wurde ein Weltereignis" | BR24

© BR24

Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban hat bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sopron seine Hoffnung ausgedrückt, dass sich die belasteten Beziehungen seiner Regierung zur EU-Kommission unter der neuen Führung verbessern.

7
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

"Aus dem Picknick wurde ein Weltereignis"

Bundeskanzlerin Merkel hat Ungarn für die Unterstützung bei der Öffnung der Grenzen 1989 gedankt. Sie nahm an einem Festakt in Sopron teil. Ungarns Ministerpräsident Orbán betonte, Europas Einheit sei nicht vollendet.

7
Per Mail sharen
Teilen

30 Jahre nach dem "Paneuropäischen Picknick" im westungarischen Sopron hat Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Festakt die Rolle Ungarns bei der deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. Das damalige Picknick sei ein Symbol für die große Freiheitsbewegung geworden. Erst dadurch sei die Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn 1989 möglich geworden. "Aus dem Picknick wurde ein Weltereignis", hob Merkel hervor.

Mehr als 600 DDR-Bürgern war am 19. August 1989 die Flucht über die für das Picknick kurzzeitig geöffnete Grenze gelungen. Das Geschehen war der Vorbote zum Fall der Berliner Mauer im November.

Merkel fordert Kompromissfähigkeit

"Sopron ist ein Beispiel dafür, wie viel wir Europäer erreichen können, wenn wir für unsere unteilbaren Werte mutig einstehen", sagte Merkel in der Evangelischen Kirche von Sopron. In Anwesenheit von Ungarns Regierungschef Viktor Orbán mahnte sie die Kompromissfähigkeit der EU-Staaten gerade in strittigen Fragen an. "Wir sollten uns stets bewusst sein, dass nationales Wohl immer auch vom europäischen Gemeinwohl abhängt." Ungarn gehört zu den EU-Ländern, die gerade in der Migrationsfrage ihre nationale Interessen unnachgiebig verteidigen.

Merkel genieße "die Wertschätzung der ungarischen Nation", zumal sie stets für den europäischen Zusammenhalt gearbeitet habe und immerhin zum vierten Mal zur Bundeskanzlerin gewählt worden sei, betonte Orbán. Die Ungarn hätten immer gewusst, dass die eigene Befreiung von den Sowjets nur durch die deutsche Wiedervereinigung gelingen könne. Daher sei der deutsche Wiedervereinigungsgedanke damals in Ungarn mehr unterstützt worden als in Deutschland.

"Europäische Einheit nicht vollendet"

Allerdings solle Europas Einheit nie als "vollendet" betrachtet werden. Vielmehr müsse sie "von Konflikt zu Konflikt" stets neu erschaffen werden, sagte der rechtsnationale Regierungschef mit Blick auf die deutsch-ungarischen Verstimmungen wegen der Migrationspolitik. Orbán fährt seit Jahren einen strikten Kurs gegen Zuwanderung. Deutschland kritisiert illiberale Tendenzen in Ungarn.