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Auftakt zum Superwahlsonntag in ganz Europa | BR24

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28 Mitgliedsstaaten, 400 Millionen Wahlberechtigte und die einzige demokratische Wahl der Welt - die Europawahl ist eine Wahl der Superlative und doch befürchten viele einen Rechtsruck im Parlament.

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Auftakt zum Superwahlsonntag in ganz Europa

28 Mitgliedsstaaten, 400 Millionen Wahlberechtigte und die einzige supranationale demokratische Wahl der Welt - die Europawahl ist eine Wahl der Superlative. Doch viele befürchten einen Rechtsruck im Parlament.

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Die einzige supranationale demokratische Wahl der Welt geht auf die Zielgerade: In sieben Mitgliedsstaaten haben die Bürger ihre Stimme schon abgegeben. Den Anfang machten am Donnerstag Niederländer und Briten. Danach wählten Irland, Lettland, Slowakei, die Tschechische Republik und Malta.

Erste Hochrechnungen erst um 23 Uhr

Heute sind Deutschland, Österreich, Frankreich und 18 weiteren Länder an der Reihe – insgesamt über 400 Millionen Menschen. Die letzten Wahllokale, in Polen und Schweden, schließen um 21 Uhr, in Italien kann sogar bis 23 Uhr gewählt werden. Erst danach wird es eine EU-weite Hochrechnung geben.

Glaubt man den letzten Umfragezahlen, werden diesmal deutlich mehr Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen als vor fünf Jahren. Damals, 2014, lag die Wahlbeteiligung unter 43 Prozent. In Deutschland mit 48 Prozent nur geringfügig höher. Experten erwarten, dass sich der jahrzehntelange Abwärtstrend erstmals umkehren könnte. Aus Umfragen lässt sich zumindest ein deutlich gestiegenes Interesse an der EU und europapolitischen Themen ablesen.

Droht Bündnis der Rechtspopulisten EU-Parlament zu blockieren?

Für die krisenerprobte und teils zerstrittene Union steht einiges auf dem Spiel: Am rechten Rand können Nationalisten und Populisten, wie der französische Rassemblement National oder die italienische Lega, mit erheblichen Stimmengewinnen rechnen. EU-Gegner und EU-Skeptiker wollen sich zu einer Anti-Brüssel-Allianz zusammenschließen und drohen, die Arbeit der europäischen Volksvertretung zu erschweren, wenn nicht zu blockieren.

In der Mitte müssen die pro-europäischen Kräfte, allen voran die christdemokratische EVP, von Spitzenkandidat Manfred Weber und die Sozialdemokraten, um den niederländischen EU-Kommissar Frans Timmermans, um ihre gemeinsame absolute Mehrheit bangen. Liberale, Grüne und Linke könnten zulegen und am Ende zu Königsmachern werden. Auch die Macron- Partei "La République en Marche" (LREM) möchte die angestammten Machtverhältnisse aufbrechen.

Eine der ersten Amtshandlungen des neuen Parlaments, das sich Anfang Juli konstituiert, wird die Wahl des nächsten EU-Kommissionspräsidenten sein. Wegen der komplizierten Gemengelage, auch im Rat der Staats- und Regierungschefs, dürfte die diesmal besonders spannend werden.