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Minderjährige Flüchtlinge in Sprachlernklasse

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    Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge kostet heuer 3,95 Milliarden

    Die Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge wird im laufenden Jahr etwa 3,95 Milliarden Euro kosten. Wie das Bundesfamilienministerium in Berlin mitteilte, lebten Anfang Februar 61.893 Migranten in der Kinder- und Jugendhilfe.

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    Unter den Betroffenen seien 16.664 Volljährige, meldete die "Welt" unter Berufung auf die Zahlen der Bundesregierung. Das Bundesverwaltungsamt lege einen durchschnittlichen Tagessatz von 175 Euro für sie an, also 5.250 Euro monatlich. In dem Betrag enthalten seien sowohl Inobhutnahmen als auch anschließende Hilfen zur Erziehung.

    2016 sei kein unbegleiteter minderjähriger Flüchtling abgeschoben worden, hieß es in der Antwort des Bundes auf eine Anfrage der Linkspartei weiter. Michael Kretschmer (CDU), Fraktionsvize der Union im Bundestag, nannte dies "angesichts der hohen Kosten" nicht vermittelbar.

    "Wenn in Deutschland elternlose Minderjährige aus Polen oder Frankreich aufgegriffen werden, wird die Familie ausfindig gemacht, und sie werden zurück zu ihren Eltern gebracht. Wenn der Unbegleitete aber aus Afghanistan oder Afrika kommt, bringen wir ihn zum Jugendamt und bereiten ihn mit großem Aufwand für die dauerhafte Einwanderung vor, selbst wenn der Jugendliche jeden Abend mit seiner Familie telefoniert." Michael Kretschmer (CDU)

    Wegen der besonderen Schutzverpflichtung gegenüber Minderjährigen erfordert das Aufenthaltsgesetz, dass die Behörden sich vor einer Abschiebung Minderjähriger vergewissern, dass dieser im Rückkehrstaat einem Mitglied seiner Familie, einer zur Personensorge berechtigten Person oder einer geeigneten Aufnahmeeinrichtung übergeben wird. Dies gelang jedoch weder 2016 noch 2015.

    Minderjährige an Grenzen abgewiesen

    Allerdings wurden im vergangenen Jahr 649 Unbegleitete an den Grenzen zurückgewiesen oder innerhalb Europas zurückgeschoben. Dies ist etwa möglich, wenn der Migrant bereits in einem anderen europäischen Staat registriert wurde, aber nach Deutschland weiterreist.

    Seit 2005 sind die Inobhutnahmen von unbegleitet eingereisten jungen Ausländern laut Statistischem Bundesamt kontinuierlich von 602 auf 42.309 im Jahr 2015 angestiegen. Damit ist die "unbegleitete Einreise" mittlerweile der häufigste Grund für die Inobhutnahme - vor etwa Überforderung der Eltern, Drogensucht oder sexuellem Missbrauch.