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Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max 8 und 9 bleiben von nun am Boden
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Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max 8 und 9 bleiben von nun am Boden

Nach zahlreichen anderen Ländern haben auch die USA ein Flugverbot für Boeing-Maschinen vom Typ 737 Max 8 und Max 9 erteilt. US-Präsident Donald Trump erteilte eine Anweisung an alle Fluggesellschaften.

Trump sagte, die Luftfahrtbehörde FAA werde bald bekannt geben, dass auch Maschinen des Typs Max 9 am Boden bleiben müssten. Alle Maschinen, die derzeit in der Luft seien, würden landen und dann nicht weiter eingesetzt. Piloten und Fluggesellschaften seien entsprechend informiert worden. Bisher hatte die FAA versichert, das Flugzeug sei ihrer Einschätzung nach flugtauglich.

Am Wochenende war eine 737 MAX 8 in Äthiopien aus bislang ungeklärten Gründen abgestürzt. Dabei starben 157 Menschen.

Äthiopien benötigt nun Hilfe bei der Auswertung der Black Box der Maschine. Dafür richtete die Fluggesellschaft Ethiopian Airlines eine Anfrage an deutsche Luftfahrtexperten. Die zuständige Behörde erteilte aber bereits kurz darauf eine Absage: Man sei hierzulande nicht dafür ausgerichtet, eine Boeing des neuen Typs 737 Max 8 zu untersuchen.

Norwegian Air fordert Schadenersatz

Die Boeing ist in die Kritik geraten, da bereits im Oktober 2018 eine Maschine des Typs über Indonesien abgestürzt war. In den vergangenen Tagen hatten immer mehr Staaten ihren Luftraum für Boeing 737 Max 8 gesperrt, darunter die gesamte Europäische Union.

Heute zogen auch die Türkei, Indien, Thailand, Ägypten, der Libanon, Hongkong und Kanada nach.

Mit Norwegian Air Shuttle fordert nun die erste Fluggesellschaft Entschädigung vom US-Flugzeugbauer Boeing. Eine Sprecherin sagte der Nachrichtenagentur AP, ihr Unternehmen "sollte keinerlei finanzielle Bürden für ein brandneues Flugzeug tragen, das nicht genutzt werden kann". Auf Empfehlung der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA hatte Norwegian Air Shuttle am Dienstag alle Flüge mit seinen 18 Max 8-Maschinen gestrichen.

Tuifly chartert Ersatzmaschinen

Die ersten Fluggesellschaften beginnen nun, sich umzustellen: Der Tui-Konzern, zu dessen Flotte 15 Maschinen des Typs 737 Max 8 gehören, will durch das Chartern von Fremdmaschinen Ausfälle vor dem Oster-Reiseverkehr umgehen. "Für Deutschland ist das Thema ja irrelevant, weil wir hier noch keine Maschinen dieses Typs haben - in den anderen Ländern werden wir jedoch die Kapazitäten anpassen müssen", sagte Tuifly-Sprecher Aage Dünhaupt. Geplant seien zudem der Rückgriff auf Ersatzkapazitäten sowie Umbuchungen von Passagieren auf andere Flüge. Den Konzern kommt das teuer: Das Flugverbot für die Boeing 737 Max 8 kostet Tui nach eigenen Angaben bereits jetzt rund drei Millionen Euro pro Woche.

Die Boeing-Maschinen des Typs sind für Tui in Großbritannien und den Benelux-Staaten auf Strecken zu den Kanaren oder den Kapverden im Einsatz. Die Einführung der jüngsten Version des Boeing-Verkaufsschlagers in Deutschland ist nun fraglich - ursprünglich sollte die Übergabe des ersten Jets an die Tuifly Deutschland diese Woche erfolgen. Zur Frage möglicher Kompensationszahlungen für den Ausfall wollte sich Tui zunächst nicht äußern.

Vom Hersteller in Aussicht gestellte Updates für eine möglicherweise problematische Steuerungssoftware werden in den nächsten Tagen erwartet und sollen dann auf die Bordcomputer geladen werden. Eine eigene Schulung der Tui-Besatzungen dafür sei nicht nötig, hieß es.