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Auch Salzburg verhängt Fahrverbote auf Landstraßen | BR24

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Salzburg folgt dem Beispiel Tirols: Das österreichische Bundesland plant Wochenend-Fahrverbote gegen den Ausweichverkehr. Los geht es bereits an diesem Samstag. Derweil kündigt Tirol weitere Maßnahmen an.

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Auch Salzburg verhängt Fahrverbote auf Landstraßen

Salzburg folgt dem Beispiel Tirols: Das österreichische Bundesland plant Wochenend-Fahrverbote gegen den Ausweichverkehr. Los geht es bereits an diesem Samstag. Derweil kündigt Tirol weitere Maßnahmen an.

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Nach Tirol hat nun auch das österreichische Bundesland Salzburg Wochenend-Fahrverbote gegen den Ausweichverkehr angekündigt. Vom 13. Juli bis 18. August werden jeweils samstags und sonntags von 6 bis 20 Uhr alle Abfahrten der Tauernautobahn A10 gesperrt. Abfahren dürfen dann nur Anrainer oder Gäste, die in der Umgebung ihre Unterkunft gebucht haben.

Die Maßnahme soll zwischen Puch-Urstein bei Hallein und Sankt Michael im Lungau umgesetzt werden. Eine entsprechende Verordnung werde bis Samstag erlassen, hieß es aus dem Büro des zuständigen Landesrates Stefan Schnöll.

Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart (CSU) reagierte zurückhaltend: "Mit uns abgesprochen ist das nicht. Wir werden weiterhin die Gespräche mit Salzburg und Tirol suchen."

Fahrverbote in Tirol lösten Verkehrsstreit aus

In Tirol wurden schon an den drei vergangenen Wochenenden entsprechende Fahrverbote durchgesetzt, um die Dörfer in Autobahnnähe im Großraum Innsbruck zu entlasten. In beiden Bundesländern spielen auch Sicherheitsbedenken eine Rolle, da Rettungskräfte bei Einsätzen nicht schnell genug durch die staugeplagten Dörfer kämen.

Allzu große Probleme im Reiseverkehr verursachten die Fahrverbote in Tirol bisher nicht. Die Maßnahme löste allerdings einen Verkehrsstreit zwischen Deutschland und Österreich aus. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) bewertete die Tiroler Fahrverbote als "zutiefst diskriminierend" und drohte eine Klage gegen Österreich an. Ärger gibt es zudem wegen der Blockabfertigung von Lastwagen, die auf der Inntalautobahn für teilweise lange Staus sorgt.

Tirol kündigt weitere Verschärfungen an

Tirols Landeschef Günther Platter kündigte derweil weitere Verschärfungen im Transitverkehr an. Demnach soll ein automatisiertes System zum Einsatz kommen - in einem ersten Schritt für den Lkw-Verkehr am Grenzübergang Kufstein. Es werde dafür sorgen, dass Laster langsamer fahren oder auch ganz stehen bleiben, sollte es auf der Inntalautobahn zu massiven Staus kommen. Das System werde derzeit mit dem Autobahnbetreiber aufgesetzt und soll nach dem Güter- später auch den Personenverkehr betreffen.

Diskussion um den Brenner-Nordzulauf

Mit dem Verkehrsstreit zwischen Bayern und Tirol eng verknüpft, ist die Debatte um den Brenner-Nordzulauf. Hintergrund der Tiroler Fahrverbote ist der Reiseverkehr, der die Dörfer in der Tiroler Grenzregion zunehmend belastet. Ein Grund, warum immer mehr Touristen auf Nebenstraßen ausweichen, ist das hohe LKW-Aufkommen, das Österreichs Mautstraßen und die Grenzübergänge blockiert. Eine Lösung soll eine neue Bahnstrecke durch den geplanten Brennerbasistunnel bieten. "Güter auf die Schiene!" lautet das Mantra der Politiker auf beiden Seiten der Grenze. Das könnte die Zahl der LKW reduzieren und damit auch den Ausweichverkehr eindämmen. Allerdings stockt auf Deutscher Seite seit Jahren die Planung.

💡 Was ist der Brenner-Nordzulauf?

Der Brenner-Nordzulauf soll den deutschen bzw. bayerischen Eisenbahnverkehr mit dem nördlichen Ende des Brenner-Basistunnels verbinden. Ziel ist es, die Brenner-Autobahn vom ständig zunehmenden Lkw-Verkehr zu entlasten. Auf der deutschen Seite sind derzeit zusätzliche Bahngleise und eine Hochleistungsstrecke für Geschwindigkeiten bis zu 230 km/h angedacht. Während die Planungen für den Brenner-Nordzulauf vor allem im Raum Rosenheim auf enormen Widerstand stoßen, baut Österreich längst am 64 Kilometer langen Brenner-Basistunnel zwischen Innsbruck und dem italienischen Franzensfeste/Fortezza. Bis 2026 soll er fertig sein. (Erklärt von Brigitta Drefers, BR24)