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Attacken auf Tanker: Angst vor neuem möglichen Krieg am Golf | BR24

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Für US-Präsident Trump ist der Iran verantwortlich für den Angriffe auf zwei Öltanker im Golf von Oman. Das sagte er heute dem Sender FOX News. Der Iran bestreitet das vehement.

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Attacken auf Tanker: Angst vor neuem möglichen Krieg am Golf

Nach den mutmaßlichen Attacken auf zwei Tanker im Golf von Oman herrscht weiter Rätselraten über die Urheberschaft - und die Angst vor einer militärischen Eskalation. US-Präsident Trump beschuldigte den Iran, Teheran weist jede Schuld von sich.

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Nach dem mutmaßlichen Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman wächst weltweit die Sorge vor einer Eskalation im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Trump macht den Iran verantwortlich

US-Präsident Donald Trump machte am Freitag Teheran für die Attacken verantwortlich. In einem Interview untermauerte er diese Sichtweise: "Der Iran hat es getan", sagte Trump dem Sender Fox News. Es handele sich um eine "nicht hinnehmbare Eskalation der Spannung durch den Iran", sagte auch US-Außenminister Mike Pompeo. Dem Iran gehe es darum, die Aufhebung der US-Sanktionen zu erzwingen.

Iran weist alle Vorwürfe zurück

Dagegen deutet der Iran an, seine Gegner könnten die Zwischenfälle inszeniert haben, um einen Vorwand zu haben, noch härter gegen das Land vorzugehen - und es möglicherweise anzugreifen. Die Beschuldigungen seien"lächerlich, gleichzeitig aber auch besorgniserregend und gefährlich", wie Außenamtssprecher Abbas Mussawi am Freitag laut der staatlichen Agentur Irna sagte. Anstatt grundlose Unterstellungen zu verbreiten, solle man lieber herausfinden, wer von solchen Krisen am Golf am meisten profitiere.

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Markus Kaim spricht mit Anouschka Horn über die aktuellen Entwicklungen im Mittleren Osten. Ein Drahtzieher sei schwer auszumachen, jedoch nützen die Spannungen all denen, die sich gegen einen Ausgleich zwischen dem Iran und dem Westen aussprechen.

Sorge vor einem neuen Golfkrieg

Weltweit wächst nun die Sorge, dass die Vorfälle die Spannungen zwischen den USA und dem Iran weiter anheizen könnten. Die Vereinigten Arabischen Emirate beklagten eine "gefährliche Eskalation" in der Region. Auch der saudiarabische Energieminister Chalid al-Falih äußerte sich besorgt. Der irakische Regierungschef Adel Abdel Mahdi rief beide Seiten dazu auf, "Ruhe" zu bewahren.

UN-Generalsekretär Antonio Gueterres sprach sich nun für eine unabhängige Untersuchung aus.

"Es ist sehr wichtig, die Wahrheit zu kennen. Und es ist sehr wichtig, dass Verantwortlichkeiten geklärt werden. Das ist natürlich nur möglich, wenn es eine unabhängige Instanz gibt, die diese Fakten überprüft."
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UN-Generalsekretär Antonio Guterres hat zu einer unabhängigen Untersuchung der mutmaßlichen Angriffe auf zwei Tanker im Golf von Oman aufgerufen. Es müsse herausgefunden werden, wer für die Explosionen an Bord der Schiffe verantwortlich sei.

Auch die Bundesregierung forderte eine eingehende Untersuchung. Über die Urheberschaft habe Berlin "keine eigenen Erkenntnisse", sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer. Die EU gab sich in Sachen Schuldzuweisungen vorsichtig. Wir sind dabei, die Lage zu bewerten und Informationen zu sammeln", sagte ein ranghoher EU-Beamter am Freitag in Brüssel. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu warnte wie auch China und Russland vor übereilten Reaktionen.

Video des US-Militärs soll iranisches Boot an japanischem Tanker zeigen

US-Außenminister Pompeo hatte zur Untermauerung der Vorwürfe an den Iran zudem ein Video präsentiert, das nach der Explosion aufgenommen sein soll. Es soll zeigen, wie ein Schnellboot Typ "Gaschti" der iranischen Revolutionsgarden auf den Tanker "Kokuka Courageous" zufährt und die Bootbesatzung eine nicht explodierte Haftmine vom Tankerrumpf entfernt. Eine mögliche Erklärung wäre die Bergung des Sprengstoffes.

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Nach den Explosionen auf zwei Tankern im Golf von Oman geben die USA dem Iran die Schuld: Washington hat heute mit einem Video auch angebliche Beweise dafür vorgelegt. Doch Teheran weist die Vorwürfe vehement zurück.

Das Rätselraten geht weiter

Die genauen Umstände der schweren Zwischenfälle vom Donnerstag bleiben weiter mysteriös. Nahe der Küste des Iran waren am frühen Morgen zwei Tanker beschädigt worden: Ein von einem deutschen Unternehmen gemanagter Frachter, die "Kokuka Courageous", sowie ein Schiff einer norwegischen Reederei, die "Front Altair", die nach Explosionen in Brand geriet.

Die US-Marine und die Besitzer der Schiffe teilten zunächst nicht mit, mit welcher Waffe die beiden Schiffe getroffen worden sein sollen, doch wurde von einem Angriff ausgegangen. Beide waren mit Erdölprodukten beladen, die "Front Altair" brannte über Stunden hinweg. Nach den Vorfällen wurden die Besatzungsmitglieder jeweils in Sicherheit gebracht. Insgesamt handelte es sich den Angaben zufolge um 44 Seeleute.

Als Reaktion auf die mutmaßlichen Angriffe stiegen die Ölpreise am Freitag weiter an.

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Der Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses, zur Lage im Iran-Konflikt. Aus seiner Sicht ist die Lage derzeit sehr gefährlich und hat das Zeug für einen Krieg in der Region.