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Attacke gegen Trump: Demokraten kritisieren "Führungsversagen" | BR24

© pa/dpa/Michael Reynolds

Attacke gegen Trump: Demokraten kritisieren "Führungsversagen"

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Attacke gegen Trump: Demokraten kritisieren "Führungsversagen"

Die US-Demokraten werfen US-Präsident Trump vor, eine "alternative Realität" zu inszenieren und die Corona-Pandemie nicht ernst zu nehmen. Auch der Auftritt von Außenminister Pompeo beim Republikaner-Parteitag sorgt für Kritik.

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Die Demokraten hatten sie schon: die wegen der Corona-Pandemie ins Internet und Fernsehen verlegte Parteitags-Show. Jetzt sind die Republikaner am Zug. Noch bis Donnerstag werben US-Präsident Donald Trump und sein Team für seine Wiederwahl.

Die Demokraten nutzen die Gelegenheit, die viertägige Veranstaltung der Republikaner heftig zu kritisieren. Das Lager des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden warf den Republikanern vor, eine "alternative Realität" zu inszenieren. Das dort gemalte Bild Amerikas kenne nicht den Tod von Tausenden mit dem Coronavirus infizierten Menschen in der vergangenen Woche, erklärte die stellvertretende Wahlkampfleiterin Kate Bedingfield.

Trump stecke den Kopf in den Sand

Bedingfield warf Trump "völliges Führungsversagen" vor. Der Präsident nehme die Pandemie nicht ernst. Im Amerika der Republikaner sei die Wirtschaft nicht zum Stillstand gelangt und Schulkinder seien nicht gezwungen, zuhause zu bleiben.

"Die fortgesetzte Weigerung von Donald Trump, dieses Virus ernstzunehmen, hat den Vereinigten Staaten den schlimmsten Ausbruch in der Welt gebracht." Das amerikanische Volk könne es sich nicht leisten, dass Donald Trump seinen Kopf weiter in den Sand stecke, kritisierte Bedingfield. Das Weiße Haus müsse endlich handeln und dürfe sich nicht weiter der Realität verweigern.

Kritik an Pompeos Videobotschaft

Doch nicht nur Trump gingen die Demokraten an. Auch Außenminister Mike Pompeo geriet in den Fokus der gegnerischen Wahlkämpfer. Pompeo hatte sich von einem Besuch in Jerusalem per Videobotschaft ins Parteitagsgeschehen eingeschaltet und Trump erwartungsgemäß unterstützt.

Damit habe der Außenminister gegen eine jahrzehntelange diplomatische Praxis sowie die eigenen Regeln verstoßen, schimpften die Demokraten. Vorherige Außenminister haben meist versucht, ihre herausragende Position im Kabinett nicht zu missbrauchen und sich aus Wahlkämpfen herauszuhalten. Einige haben sogar veranlasst, zum Zeitpunkt des Nominierungsparteitags ihrer Partei nicht im Land zu sein, um für einen Auftritt nicht zur Verfügung zu stehen.

US-Außenministerium: Pompeo hat nicht in offizieller Funktion gesprochen

Pompeo selbst hatte noch im Juli eine Nachricht an alle diplomatischen Vertretungen der USA geschickt, in der er gemäß den Bundesgesetzen um Neutralität im Wahlkampf gebeten hatte.

Das Außenministerium versicherte, Pompeo würde nicht gegen das Gesetz verstoßen. Für seine Rede würden "keine Ressourcen des Außenministeriums verwendet" und er spreche nicht in offizieller Funktion. Aus Pompeos Umfeld verlautete, vier Anwaltsteams, darunter die rechtliche Beratung des Außenministeriums, hätten die Rede überprüft. Damit sollte demnach dafür gesorgt werden, dass die Rede nicht gegen ethische Regeln verstoße. Für die Produktion des Videos seien keine Steuergelder benutzt worden, teilten die Gewährsperson und das Ministerium mit.

Auftritt der Familienmitglieder

Trump war am Montag einstimmig als Kandidat für die Wahl am 3. November nominiert worden. Am gestrigen zweiten Tag sprachen neben seiner Frau Melania auch seine beiden Kinder Eric und Tiffany.

Der Präsident wird seine Rede, in der er seine Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten formell annimmt, am Donnerstag im Weißen Haus halten. In Umfragen liegt er derzeit hinter Biden.

Demokraten hatten mehr Zuschauer

Auch bei den Einschaltquoten liegen die Republikaner momentan hinter den Demokraten: Die Republikaner hätten am Montagabend zum Parteitagsauftakt verteilt über sechs Fernsehsender 15,84 Millionen Zuschauer vor die Geräte gelockt, wie US-Medien unter Berufung auf die Firma Nielsen Media Research berichteten. Am ersten Abend des Parteitags der Demokraten exakt eine Woche zuvor waren es demnach 18,69 Millionen Zuschauer.

Die Zahl der Zuschauer bei den Republikanern lag rund 30 Prozent niedriger als beim Parteitag 2016, als Trump erstmals zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl nominiert wurde.

Die Quoten berücksichtigen allerdings nicht die Zuschauer, die die Parteitage über Streaming-Plattformen verfolgen.

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© BR

Beim viertägigen Nominierungsparteitag der Republikaner in Charlotte im Bundesstaat North Carolina wählten die Delegierten den Präsidenten offiziell zum Kandidaten für die Wahl Anfang November.