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Die griechische Polizei hat am Mittwochabend Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um eine Demonstration von Impfgegnern vor dem griechischen Parlament in Athen aufzulösen.

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Proteste gegen Impfpflicht für Gesundheitskräfte in Athen

Tausende Menschen haben in Griechenland gegen die geplante Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich protestiert. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

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Von
  • Claudia Steiner

Die griechische Polizei hat am Mittwochabend Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um eine Demonstration von Impfgegnern vor dem griechischen Parlament in Athen aufzulösen. Landesweit sind rund 5.000 Menschen auf die Straße gegangen, in Athen waren es rund 3.000 Demonstranten. Der Protest richtete sich vor allem gegen die geplante Corona-Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich.

Parlament entscheidet heute über Impfpflicht für Pflegekräfte

Die Menschen hielten Plakate mit Parolen wie "Nein zur Zwangsimpfung" oder "Freiheit" hoch. Auch große Kreuze und griechische Flaggen waren in der Menge zu sehen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um eine Gruppe von etwa 120 Vermummten auseinanderzutreiben, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zudem hatte sich die Menge dem Parlament zu sehr genähert. Heute stimmt das Parlament über die geplante Pflicht-Impfung ab.

Ausbreitung der Delta-Variante

Die griechische Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte vergangene Woche eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte angekündigt. Das Land reagiert damit auf die rapide Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. In nur zwei Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen von 800 auf 3.000 pro Tag angestiegen. Die Ursache sehen Experten vor allem im Nachtleben. Auf der Jet-Set-Insel Mykonos gilt bereits seit vier Tagen ein nächtliches Ausgangsverbot zwischen 01.00 Uhr und 06.00 Uhr.

Keine Impfung, kein Geld

Die konservative Regierung hatte zuvor bereits gesetzlich durchgesetzt, dass sich nur noch Geimpfte in den Innenräumen von Gastronomie- und Kulturbetrieben aufhalten dürfen. In Gaststätten dürfen die Kunden nur sitzen und nicht mehr tanzen. Beschäftigte im Gesundheitssektor und in der Altenpflege müssen sich wohl künftig verpflichtend impfen lassen, sonst können sie von ihrer Arbeit freigestellt werden und werden - solange sie nicht geimpft sind - nicht bezahlt.   

"Wir können das letzte Kapitel der Gesundheitskrise nur beenden, wenn jeder das Vakzin der Freiheit in seinem Arm hat", hatte Mitsotakis erklärt. Griechenland werde nicht wegen einiger weniger wieder runterfahren. "Nicht Griechenland ist in Gefahr, sondern nicht geimpfte Griechen."

Von den 10,7 Millionen Einwohnern Griechenlands sind bislang 4,6 Millionen vollständig geimpft.

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