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Asselborn zur Lage in Nordsyrien: "Außerirdisch, was geschieht" | BR24

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Internationale Warnungen sind Präsident Erdogan offensichtlich egal: Nach dem türkischen Einmarsch droht in Syrien eine humanitäre Katastrophe. Welchen Handlungsspielraum die EU jetzt hat, das erklärt Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg.

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Asselborn zur Lage in Nordsyrien: "Außerirdisch, was geschieht"

Internationale Warnungen sind Präsident Erdogan offensichtlich egal: Nach dem türkischen Einmarsch droht in Syrien eine humanitäre Katastrophe. Welchen Handlungsspielraum die EU jetzt hat, das erklärt Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg.

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Der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn hat den Militäreinsatz der Türkei in Nordsyrien verurteilt. Im Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte Asselborn:

"Für mich ist das ziemlich außerirdisch, was dort geschieht. Wir haben die Türkei, ein Nato-Mitglied, das eine Operation, die sie Friedensquelle nennt, startet, um ein Gebiet von fast 500 Kilometer Länge und 30 Kilometer Breite im Norden von Syrien von Terroristen zu reinigen." Jean Asselborn, Außenminister von Luxemburg

Der Außenminister Luxemburgs nannte die türkische Operation, so wörtlich, "ein Verbrechen".

Im Angriffsfall müssten NATO-Länder der Türkei helfen

Asselborn betonte mit Blick auf die Vereinbarung der Kurden in Nordsyrien und dem Assad-Regime:

"Das heißt, wir haben jetzt ein NATO-Mitglied, die Türkei, das gegen Assad-Truppen antritt, also gegen den De-facto-Präsidenten Syriens. Stellen Sie sich vor, Syrien oder Alliierte von Syrien schlagen zurück und greifen die Türkei an. Ich habe NATO-Mitglied gesagt, dann sage ich auch Artikel 5: Das heißt, der Beistandspakt besteht. Auf Deutsch heißt das, dass alle NATO-Länder, wenn die Türkei angegriffen würde, dann einspringen müssten, um der Türkei zu helfen. Darum sage ich außerirdisch." Jean Asselborn

Asselborn: EU darf keine Waffen mehr an Türkei liefern

Vor dem EU-Außenminister-Treffen in Luxemburg forderte Asselborn:

"Was wir heute beschließen müssen, ist, dass wir keine Waffen mehr an die Türkei liefern." Jean Asselborn

Er hoffe, dass dies gelinge, obwohl die "Europäische Union ein sehr kompliziertes Konstrukt ist." Asselborn fügte aber an:

"Was mich positiv stimmt, ist, dass Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Finnland und Schweden das schon gesagt haben. Aber Sie wissen auch, dass Erdogan die Waffen nicht aus Europa bezieht. Er hat andere Quellen, um sich für diese Operation Waffen zu beschaffen." Jean Asselborn