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Asselborn fordert Solidarität bei Flüchtlingsaufnahme | BR24

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Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn appelliert im Interview mit Bayern 2 an alle EU-Staaten und fordert Solidarität bei Coronahilfen und der Flüchtlingsaufnahme.

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Asselborn fordert Solidarität bei Flüchtlingsaufnahme

Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn appelliert im Interview mit Bayern 2 an alle EU-Staaten und fordert Solidarität bei Coronahilfen und der Flüchtlingsaufnahme.

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Von
  • Birgit Harprath

Als gutes Zeichen bewertet Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn das jetzt von den EU-Finanzministern ausgehandelte Corona-Hilfspaket in Höhe von 500 Milliarden Euro. "Die Europäische Union kann, wenn sie will. Allerdings sollten wir auch diesen Fond hinbekommen, der vor allem von den Franzosen verteidigt wird - und ich rede hier nicht von Bonds, sondern von einem Fond - dass man hier schnell auch etwas zu Stande bringt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir in Europa eine Arbeitslosigkeit von 30, 40 Prozent tolerieren würden. Wenn das geschehe und Europa könnte nicht reagieren, dann wäre Europa am Ende, glaube ich."

"Die Europäische Union kann, wenn sie will." Jean Asselborn

Zeichen der Solidarität gefordert

Luxemburgs Außenminister verlangt Unterstützung auch bei der Aufnahme von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen von den griechischen Inseln. Bisher haben sich acht EU-Staaten (darunter auch Deutschland) dazu entschlossen, zunächst 1.600 unbegleitete minderjährige Flüchtende aufzunehmen. "Auch in der Coronazeit war das extrem schwierig. Aber am nächsten Mittwoch kommen die Kinder an. Dann wird man sehen, dass es machbar ist. Deutschland hat sich ja schon angeschlossen. Ich hoffe, dass jetzt auch andere sich anschließen und diese Geste tun, die glaub ich dem Bild Europas ein wenig gut tut."

Komplizierte Aktion

Dass jetzt erst einmal wenige Kinder geholt werden, hat für Asselborn Gründe: "Ein Außenstehender kann sich nicht vorstellen, wie kompliziert das ist. Wir nehmen ja keine Sandsäcke aus Griechenland. Man braucht Zeit, um das hinzukriegen - vor allem das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen." Es sei jetzt aber "Zug drinnen" und es gäbe keine Ausrede mehr, dass alle Europäischen Staaten mitmachen. "Das Argument vom Pull-Effekt, das zählt nicht mehr. Es kommen zur Zeit keine Flüchtlinge in Griechenland an. Also kann man nicht sagen, wenn wir jetzt Kinder herausnehmen, auch wenn es ein paar Hundert sind, dass dann andere nachkommen."

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