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Arzneibehörde untersucht mögliche Nierenschäden durch Remdesivir | BR24

© picture alliance/Ondrej Deml/CTK/dpa

Die Arzneimittelagentur der EU untersucht mögliche Nierenkomplikationen bei der Einnahme von Remdesivir

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    Arzneibehörde untersucht mögliche Nierenschäden durch Remdesivir

    Die Arzneimittelagentur der EU untersucht mögliche Nierenkomplikationen bei der Einnahme des Wirkstoffs Remdesivir. Das Arzneimittel wird zur Behandlung von Covid-19 verabreicht. Ein direkter Zusammenhang ist aber noch nicht festgestellt.

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    Der auch zur Behandlung schwerer Covid-19-Verläufe eingesetzte Wirkstoff Remdesivir wird in Europa wegen möglicher Nierenkomplikationen genauer unter die Lupe genommen. Man habe nach entsprechenden Berichten ein Sicherheitsprüfverfahren für das Medikament Veklury gestartet, teilte die Arzneimittelagentur der EU (EMA) bereits am Freitag mit.

    Das Präparat basiert auf Remdesivir. Bei einigen Patienten sollen demnach akute Nierenprobleme aufgetreten sein, erklärte die Behörde mit Hauptsitz in Amsterdam. Mehrere Medien hatten über die EMA-Untersuchung berichtet.

    Auch US-Präsident Trump nimmt Remdesivir ein

    Auch US-Präsident Donald Trump nimmt nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley Remdesivir ein. Trump hält sich nach dem Bekanntwerden seiner Corona-Ansteckung derzeit im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington auf - vorsorglich, wie es vonseiten des Weißen Hauses hieß. Der Präsident habe nur leichte Symptome.

    Die Arznei hat in der EU seit Juli eine bedingte Zulassung für die Therapie von Erwachsenen und Jugendlichen, die an einer Lungenentzündung infolge einer Corona-Infektion leiden. Mögliche Nebenwirkungen sollen dabei weiter beobachtet werden.

    Remdesivir ursprünglich zur Bekämpfung von Ebola

    Bei schwer kranken Patienten wurden die Risiken im Vergleich zum möglichen Nutzen von Remdesivir vorerst als vertretbar angesehen. Die Pharmaindustrie hatte die Substanz ursprünglich zur Bekämpfung des Ebola-Virus entwickelt - ihr werden aber auch Wirkungen auf den Sars-CoV-2-Erreger zugeschrieben.

    Die EMA hatte eine mögliche Giftigkeit von Veklury in Bezug auf die Nieren schon als "wichtiges potenzielles Risiko" eingestuft. Nun läuft eine verstärkte Überwachung zur Sicherheit des Medikaments.

    Genauer Zusammenhang bisher nicht geklärt

    Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen den gemeldeten Nierenschäden und der Einnahme von Veklury gebe, sei bisher jedoch nicht geklärt, betonte die Behörde. Andere Faktoren wie etwa Diabetes oder auch eine unmittelbare Wirkung des Corona-Virus auf die Funktion der Nieren könnten bis auf weiteres nicht ausgeschlossen werden. Bis genaue Ergebnisse vorliegen, habe die Empfehlung, das Remdesivir-Präparat bei Covid-Therapieversuchen einzusetzen, Bestand.

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