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Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

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Arznei Remdesivir erhält europäische Zulassung für Covid-19

Der Wirkstoff Remdesivir wird in Europa unter Auflagen zur Behandlung schwerer Fälle von Covid-19 zugelassen. Die Entscheidung gab die EU-Kommission am Mittag bekannt.

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Das US-Pharmaunternehmen Gilead hatte die begrenzte Zulassung von Remdesivir als Mittel gegen Covid-19 auf dem europäischen Markt beantragt. Jetzt erhält das Medikament die Zulassung unter Auflagen in Europa. "Die heutige Zulassung eines ersten Medikaments zur Behandlung von Covid-19 ist ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen das Virus", erklärte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zulassung sei im Schnellverfahren weniger als einen Monat nach dem Antrag ergangen.

Erste Erfolge mit Remdesivir

Eine internationale Studie mit über 1.000 Teilnehmern hatte gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - bei leichten bis mittleren Verläufen (Stand: 9.6.2020). Die Sterblichkeit ging in der Untersuchung nur geringfügig zurück.

Remdesivir wird vom US-Pharmakonzerns Gilead vertrieben. Amerikanische und chinesische Behörden haben das Anti-Virus-Medikament bereits für klinische Versuche zugelassen, auch in Deutschland laufen mittlerweile Studien dazu im Rahmen der Solidarity-Studie der WHO, die auch andere Medikamente bei der Covid-19-Erkrankung testet. Das Klinikum Schwabing, das Klinikum rechts der Isar und die Unikliniken Düsseldorf und Hamburg sind dabei auch beteiligt.

Länder sichern sich Vorrat an Remdesivir

Die US-Regierung hatte sich einen Großteil der bis September anvisierten Produktionsmenge von Remdesivir gesichert. Ein entsprechende Vereinbarung mit dem Biotech-Unternehmen Gilead Sciences sieht laut US-Gesundheitsministerium den Erwerb von Wirkstoff-Dosen für mehr als 500 000 Behandlungen vor. Auch die Bundesregierung habe sich das Medikament frühzeitig für die Therapie von Corona-Patienten gesichert, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die EU-Kommission verhandelt ebenfalls mit dem Hersteller, um sich ausreichende Mengen des Wirkstoffs zu sichern.

Remdesivir wurde ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt, zeigte aber eine zu geringe Wirkung. Es ist bislang in keinem Land der Welt uneingeschränkt als Medikament zugelassen

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