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Artenvielfalt: Bundesregierung erkennt dramatische Lage | BR24

© dpa/pa

München, Spaziergänger

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    Artenvielfalt: Bundesregierung erkennt dramatische Lage

    Die Lage ist ernst, da sind sich im Bundestag alle einig. Noch sei es aber nicht zu spät zu handeln. Besonders in der Landwirtschaft müsse es Reformen geben. Als Anstoß dient das Volksbegehren Artenvielfalt aus Bayern.

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    Sie wollten den Erfolg des bayerischen Volksbegehrens heute mit in die Aktuelle Stunde nehmen. So hatte es der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter am Vorabend erklärt.

    Artensterben geht unaufhörlich weiter

    Anfang der Woche hatte der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) in einem Bericht alarmierende Ergebnisse veröffentlicht. Darin heißt es, in den nächsten Jahrzehnten drohten bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten auszusterben. So schlimm wie jetzt habe es ums Artensterben noch nie gestanden.

    Steffi Lemke, Grünen-Sprecherin für Naturschutzpolitik, kritisierte im Bundestag, dass Deutschland seit 2007 nicht aufgewacht sei. Damals habe die Bundesregierung zum ersten Mal beschlossen, das Artensterben in Deutschland bis 2020 zu stoppen. Der Wecker würde nun seit 12 Jahren klingeln, doch die Bundesregierung drücke nur endlos die Schlummertaste "anstatt aufzustehen, sich anzuziehen und auf die Arbeit zu gehen", so Lemke.

    Bienen-Volksbegehren als mögliche Blaupause

    Trotz dramatischer Lage war die Debatte recht sachlich. Deutschland hinke den eigenen Zielen zwar hinterher, laut UN-Bericht sei aber noch nicht alles verloren. Der SPD-Abgeordnete Carsten Träger sieht seine Partei dabei als Antreiber. Das erfolgreiche Volksbegehren in Bayern habe die SPD mitgetragen. Die erfolgreiche Umsetzung zeige, dass die Union in dem Bereich gesprächsbereit sei, erklärte Träger. "Ich würde mir wünschen, dass Herr Söder vielleicht Frau Klöckner mal anruft, damit das Aktionsprogramm Insektenschutz, das wir vorgelegt haben, auch so schnell wie möglich umgesetzt wird", forderte der SPD-Umweltpolitiker.

    Dass Umweltschutz nicht durchs Vorlegen von Papieren gemacht werde, war hingegen Kritikpunkt der FDP. Dadurch würde der Natur nicht geholfen.

    Bundesregierung muss handeln

    Bei einem Thema sind sich alle im Bundestag einig: Grundsätzlich muss es eine andere Landwirtschaft geben. Das EU-Fördersystem gehöre reformiert. Landwirte, die auf Tier-, Gewässer- und Flächenschutz achten, sollen dann belohnt werden.

    Trotz aller Kritik sieht sich die Union bisher nicht untätig. Der Wecker sei längst gehört worden, betonte CDU-Politikerin Maria Flachsbarth. Dieser Wecker klingelt seit dem jüngsten UN-Bericht und dem bayerischen Volksbegehren Artenvielfalt nun wohl noch ein bisschen lauter.