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Bildrechte: picture alliance/dpa | Michael Kappeler

B5 Thema des Tages: Wie geht es weiter in der K-Frage? Ist Laschet jetzt durch? Sophie von der Tann berichtet aus Berlin.

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CDU-Vorstand stimmt für Laschet als Kanzlerkandidaten

Nach mehrtägigem Machtkampf um die Kanzlerkandidatur der Union hat sich der CDU-Vorstand mit deutlicher Mehrheit hinter Parteichef Laschet gestellt. Der CSU-Vorsitzende Söder hatte am Montag angekündigt, eine klare CDU-Entscheidung zu akzeptieren.

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Von
  • Magdalena Latz
  • Petr Jerabek

Der CDU-Bundesvorstand hat sich festgelegt: Parteichef Armin Laschet soll für die Union bei der Bundestagswahl im September als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen. Das beschloss das CDU-Führungsgremium in der Nacht bei einer digitalen Sondersitzung in geheimer Abstimmung.

Ein Parteisprecher teilte nach mehr als sechsstündigen Beratungen mit, 31 Vorstandsmitglieder hätten für den CDU-Vorsitzenden und 9 für seinen Kontrahenten, CSU-Chef Markus Söder, gestimmt. Es habe 6 Enthaltungen gegeben.

Kontroverse Debatte

Darüber, ob es überhaupt eine Abstimmung geben soll, wurde intern hart gerungen. Anhänger Laschets lieferten sich einen Schlagabtausch mit Befürwortern einer Kandidatur von CSU-Chef Markus Söder, wie Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Teilnehmerkreise meldeten.

Für eine schnelle Entscheidung sprachen sich demnach unter anderen Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus aus, die eine Kandidatur Laschets favorisieren. Mehrere CDU-Ministerpräsidenten und -Landesvorsitzende bekundeten dagegen ihre Unterstützung für Söder.

Laschet: Meinung offen sagen

Laschet selbst hatte in der Sitzung seinen Anspruch auf die Kanzlerkandidatur erneuert - und Forderungen abgelehnt, die Entscheidung in der K-Frage zu verschieben: "Wir sollten heute entscheiden, wie wir es uns am Anfang vorgenommen haben."

Die Teilnehmer der Vorstandssitzung soll Laschet laut Medienberichten ermutigt haben, in der Runde offen ihre Meinung zu sagen. Er wurde mit den Worten zitiert: "Nur wenn wir offen, ganz transparent sind, haben wir eine Chance, gestärkt in die nächsten Wochen und in den Wahlkampf zu gehen."

Söder in Umfragen vorn

Meinungsforscher attestieren Söder seit Monaten deutlich bessere Umfragewerte als Laschet. Söder-Anhänger versuchten daher dem Vernehmen nach, eine Abstimmung in der Vorstandssitzung zu verhindern - und die Kreisvorsitzenden zu befragen. Für den Vorschlag, eine Kreisvorsitzenden-Konferenz einzuberufen, fand sich aber keine Mehrheit: Dies wurde mit 29 zu 14 Stimmen abgelehnt.

Söder wies Einladung in CDU-Vorstand zurück

Laschet hatte am Montagmittag in Berlin angekündigt, dem CDU-Bundesvorstand am Abend einen Vorschlag zu unterbreiten, "wie wir jetzt sehr schnell die nicht geklärte Frage zwischen CDU und CSU auflösen". Und er hoffe, dass die Union dann "sehr schnell in dieser Woche zu den erforderlichen Entscheidungen" komme.

Der CDU-Chef lud auch Markus Söder zur Teilnahme an der Vorstandssitzung ein. Der CSU-Vorsitzende wies die Einladung allerdings zurück. Er wolle sich da nicht einmischen, sagte Söder, man diskutiere das "in der jeweiligen Familie".

Tagelanger Machtkampf

Sowohl Laschet als auch Söder hatten am Sonntag vor einer Woche ihre Bereitschaft bekundet, die Kanzlerkandidatur zu übernehmen - und lieferten sich seither einen offenen Machtkampf. Beide konnten in den folgenden Tagen Teile der CDU hinter sich versammeln. Das selbst erklärte Ziel, sich bis Ende vergangener Woche auf einen Kandidaten zu einigen, scheiterte. Keiner von beiden war zu einem Rückzug bereit.

Söder bekräftigte am Montagnachmittag seine Bereitschaft zu einer Kandidatur – und verwies auf die Zustimmung in CDU-Arbeitsgemeinschaften, Landesverbänden und der Bevölkerung. Nach dieser Woche der Diskussion lägen alle Argumente auf dem Tisch, jetzt müsse die CDU entscheiden - in welchem Gremium, sei Sache der größeren Schwesterpartei. Die CSU werde einen "klaren" Beschluss zugunsten Laschets akzeptieren. Nur die CDU selbst könne entscheiden, ob eine "breite Mehrheit" für eine Entscheidung da sei.

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