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Mysteriöser Armbrust-Fall mit 5 Toten: Was bisher bekannt ist | BR24

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Der Tod von insgesamt fünf Personen in Passau und im niedersächsischen Wittingen im Zusammenhang mit einer Armbrust gibt weiter Rätsel auf.

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Mysteriöser Armbrust-Fall mit 5 Toten: Was bisher bekannt ist

Der Tod von insgesamt fünf Personen in Passau und im niedersächsischen Wittingen im Zusammenhang mit einer Armbrust gibt weiter Rätsel auf. BR24 gibt einen Überblick darüber, was bisher bekannt ist und welche Fragen noch offen sind.

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Samstagmittag in einer Pension am Stadtrand von Passau: Ein Zimmermädchen findet in einem Gästezimmer drei Tote mit Pfeilen im Körper. Es ist der Auftakt eines großen bundesweiten Ermittlungsverfahrens. Viele Fragen sind noch immer offen: Wer ist der Täter? Was war sein Motiv und was haben die Toten mit dem Fall in Niedersachsen zu tun? Andere Fragen konnten die Ermittler bereits klären:

Wer sind die drei Opfer in Passau?

Bei den Toten handelt es sich um einen 53-Jährigen, eine 33-Jährige und eine 30-Jährige. Der Mann und die 33-jährige Frau stammen aus Rheinland-Pfalz, die 30-jährige Frau aus Niedersachsen. Der Mann betrieb laut Polizei in seiner Heimat einen Mittelalter-Laden. Alle drei sollen Mitglieder in einem Ritterverein gewesen sein.

Zu dem Mann hat sich jetzt ein ehemaliger Vermieter in der Bild-Zeitung geäußert: 2017 verpachtete Alexander Krüger dem damals 51-jährigen Mann einen Reiterhof. Dieser wohnte dort allerdings nur rund zwei Monate, zusammen mit mehreren Frauen. Alexander Krüger beschreibt seinen ehemaligen Mieter zwar als Mensch mit seriösem Auftreten, aber auch als sehr Waffen-affin und gegenüber seinen Mitbewohnerinnen als herrisch und dominant. Das Besondere: Die Miete für das Anwesen wurde bei Alexander Krüger bar bezahlt. Auffällig war für ihn auch, dass alle Personen immer tiefschwarz gekleidet waren.

Kurz nach dem Einzug auf dem Hof kam es zu einem Zwischenfall mit dem Hund des toten Mieters, woraufhin er seinen Vermieter angriff und ihm einen Schlag gegen die Schläfe versetzte. Alexander Krüger kündigte ihm daraufhin fristlos.

Erst dann kam raus: Alle Angaben zur Person des jetzt toten 53-jährigen Mannes waren frei erfunden. Weder seine Angaben zu seinem Beruf, noch zu seinen Familienverhältnissen stimmten. Auch besaß der Mann kein Konto in Deutschland, er bezahlte stets alles in bar.

Wo kamen die drei her?

Die drei Personen waren Freitagabend auf dem Rückweg von Österreich. In Passau mieteten sie sich für drei Nächte ein Dreibettzimmer in einer Pension am grünen Stadtrand von Passau, direkt am Ufer der Ilz, ohne Frühstück.

Wie sah der Tatort aus?

Beim Eintreffen der Polizei wurden der 53-Jährige und die 33-jährige Frau Hand in Hand, leblos auf dem Bett liegend gefunden. In ihren Körpern steckten mehrere Pfeile. Die 30-jährige Frau lag daneben am Fußboden. In ihrem Hals steckte ebenfalls ein Pfeil. Auch Testamente des 53-Jährigen und der 33-Jährigen wurden in dem Raum gefunden.

Was war die Tatwaffe?

In dem Gästezimmer wurden insgesamt drei Armbrüste gefunden. Eine davon sollen die drei - laut Angaben der Polizei - noch in Österreich gekauft haben. Eine andere fanden die Beamten in einer Tasche verpackt ebenfalls in dem gemieteten Zimmer. Aus der dritten sollen die tödlichen Pfeile abgeschossen worden sein.

Wie ist der Tathergang?

Laut den Ermittlungen der Polizei und den vorliegenden Obduktionsergebnissen wurden der Mann und seine 33-jährige Lebensgefährtin jeweils durch einen Pfeilschuss ins Herz getötet. Daneben fanden die Polizisten aber noch weitere Bolzen in den Köpfen der beiden. Die Todesursache bei der 30-jährigen Frau war ein Schuss in den Hals.

Die Polizei vermutet, dass die 30-Jährige zuerst den Mann und die andere Frau getötet und sich im Anschluss selbst erschossen hat. Darüber hinaus gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei den Fällen - aufgrund der Testamente - um Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid handelt.

Was ist in Wittingen passiert?

Am Montag fand die Polizei in einem Wohnhaus im niedersächsischen Wittingen zwei weitere Frauenleichen: Eine 35-jährige Deutsch- und Religionslehrerin einer Wittingener Grund- und Oberschule und eine 19-jährige Frau aus Rheinland-Pfalz. Die junge Frau soll laut dem Fernsehsender RTL bereits seit mehreren Jahren vermisst gewesen sein. Beide sollen erst seit März in dem ostniedersächsischen Ort gewohnt haben. Unklar ist noch, wie die beiden ums Leben kamen. Fest steht nur, dass sie ohne Fremdeinwirkung starben und dass ihr Tod bereits einige Tage zurückliegt.

Was hat der Fall mit Passau zu tun?

Die 35-jährige Tote war nach Angaben der Polizei die Lebensgefährtin der 30-jährigen Frau, die in Passau gefunden worden ist. Die beiden Frauen lebten in deren Wohnung in Wittingen - zusammen mit dem 19-jährigen Mädchen.

Was ist noch zu ermitteln?

Unklar sind bis jetzt noch die Motive für die Tötungen. Auch in welchem Verhältnis die 19-Jährige zu der 30-jährigen Frau aus Wittingen stand, ist noch nicht bekannt. Ebenso wie die Beziehung zwischen den drei Personen, die in Passau gefunden wurden.