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Arktische Tiefsee hat ein Müllproblem | BR24

© pa/dpa

Eisbär inmitten von angeschwemmtem Müll in der Arktis

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    Arktische Tiefsee hat ein Müllproblem

    Glas und Plastik gelangen zunehmend auch bis in die arktische Tiefsee. Mine Banu Tekmann und Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut für Polarforschung machten nach einer Langzeitmessreihe auf das Müllproblem am Nordpol aufmerksam.

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    Glas, Plastik und Fischernetze vermüllten zunehmend auch die arktische Tiefsee, beklagten die Wissenschaftlerinnen. Binnen zehn Jahren sei die Mülldichte in 2.500 Metern unter der Meeresoberfläche stark angestiegen.

    Über 7.000 Fotos ausgewertet

    Seit 2002 beobachteten sie an zwei Messpunkten in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen mit ferngesteuerten Kameras den Meeresboden. Auf 7.058 Fotos entdeckten sie dabei 89 Müllteile. Hochgerechnet führte das im Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2014 zu einem Durchschnittswert von 3.485 Müllteilen pro Quadratkilometer. Der Höchstwert lag 2014 bei 6.333 Stücken.

    Besonders dramatisch sei die Situation an der nördlicheren Messstation: "Hier ist die Verschmutzung um mehr als das Zwanzigfache gestiegen", sagte AWI-Biologin Tekman. Betrachte man nur dieses nördliche Gebiet, ergebe die Messung 2004 nur 346 Müllteile. Zehn Jahre später seien es 8.082 Teile gewesen - und gezählt wurden nur Partikel von mindestens zwei Zentimetern Größe.

    Glas sinkt, Plastik driftet

    Das Glas am Boden ist den Angaben zufolge leicht zu erklären. Das Material driftet nicht über größere Distanzen, es sinkt sofort auf den Meeresgrund und stammt deshalb eindeutig von der intensivierten Schifffahrt in der Region. Schwieriger sei es, die Herkunft des Plastikmülls zu erklären: Denn Plastik lege im Meer meist weite Reisen zurück, ehe es den tiefen Meeresgrund erreiche. Dabei sei der Einfluss des Golfstroms auf die Verbreitung von Plastikmüll in der Arktis unbestritten. Er transportiere die Plastikteile aus den südlichen Atlantikregionen in die Framstraße.