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Argentinien und Uruguay: Ganz langsam wieder Strom | BR24

© picture alliance/dpa/Carol Smiljan

Stromausfall in Südamerika: Ein Obsthändler muss seine Waren mit einer Kerze beleuchten.

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    Argentinien und Uruguay: Ganz langsam wieder Strom

    Nach dem massiven Stromausfall in Argentinien und Uruguay arbeiten die Energieversorger an einer Lösung. Nur langsam wird die Versorgung wiederhergestellt. Das Stromnetz beider Länder gilt als marode.

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    In Argentinien und Uruguay war es Sonntagmorgen zu einem immensen Stromausfall gekommen. Ganz Argentinien und Uruguay seien nach einer schweren Störung im Verbundsystem ohne Elektrizität, hatte der argentinische Energieversorger Edesur am Morgen auf Twitter mitgeteilt. Krankenhäuser und Flughäfen konnten aber mit Notstrom weiterarbeiten.

    Nun rollt die Versorgung langsam wieder an. Im Netz der Hauptstadt und des Großraums Buenos Aires begann der Strom nach einigen Stunden wieder zu fließen. Acht Stunden nach dem Blackout waren 56 Prozent der Kunden in Argentinien wieder an die Stromzufuhr angeschlossen.

    Ganz langsam wird eine Stadt nach der anderen, ein Stadtteil nach dem anderen wieder an das Netz angeschlossen. Dabei gibt es Probleme: Reserve-Kraftwerke ließen sich nicht wie im Krisenfall vorgesehen hochfahren, erklärte ARD-Korrespondent Ivo Marusczyk. Nur Feuerland, ganz im Süden von Argentinien war nicht betroffen, weil die Insel nicht am nationalen Verbundnetz hängt.

    Suche nach der Ursache

    In sozialen Netzwerken machten Gerüchte über Sabotageakte die Runde. Doch die Ursache des größten Stromausfalls in der Geschichte des Landes dürfte viel einfacher sein, erläuterte ARD-Korrespondent Marusczyk. Unwetter hatten eine Leitung im Norden des Landes an der Grenze zu Paraguay beschädigt. Dieser Ausfall einer der wichtigsten Stromtrassen brachte das gesamte Hochspannungsnetz des Landes aus dem Gleichgewicht, so die offizielle Erklärung des Staatssekretariats für Energie.

    Die argentinischen Behörden rätseln über die Ursache. "Wir haben keine Informationen darüber, warum das passiert ist" teilte Energieminister Gustavo Lopetegui bei einer Pressekonferenz mit.

    Kein großes Chaos

    In Argentinien wurden U-Bahnen und Züge gestoppt, Ampeln sind ausgefallen und die Wasserversorgung funktionierte nicht richtig. In mehreren Provinzen des Landes fanden trotz des Stromausfalls Wahlen statt, die Wähler mussten ihre Stimme zum Teil im Schein von Kerzen und Taschenlampen abgeben.

    Auf der Südhalbkugel der Erde beginnt derzeit der Winter, zum Teil wird auch mit Strom geheizt. Lokale Stromausfälle sind in Argentinien häufig - allerdings eher in den Sommermonaten, wenn Klimaanlagen viel Strom verbrauchen.

    In Argentinien und Uruguay leben zusammen ungefähr 48 Millionen Menschen. Die beiden Länder sind durch ein Stromnetz verbunden, das unter anderem vom gemeinschaftlich betriebenen Staudamm Salto Grande beliefert wird. Dieser befindet sich rund 450 Kilometer nördlich von Buenos Aires und rund 500 Kilometer nördlich von Uruguays Hauptstadt Montevideo.