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ARD-Deutschlandtrend: Söder soll Kanzler machen | BR24

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder

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ARD-Deutschlandtrend: Söder soll Kanzler machen

Söder sagt, sein Platz sei in Bayern. Aber noch nie wollten ihn so viele Wähler als Kanzler in Berlin sehen. Der ARD-Deutschlandtrend zeigt außerdem: Viele Befragte sorgen sich um die Wirtschaft, aber nicht um ihren Arbeitsplatz.

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Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, kämen CDU und CSU wieder auf ein Ergebnis, von dem sie vor der Corona-Krise nur träumen konnte: Die Union legt um fünf Prozentpunkte zu auf 39 Prozent. Damit würde sie wohl weiter die Kanzlerschaft beanspruchen.

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ARD-Deutschlandtrend 2020: Sonntagsfrage

53 Prozent für Söder als Kanzlerkandidat

Allerdings wollen die Wähler nach Angela Merkel jemanden im Kanzleramt sehen, der dort ausdrücklich nicht einziehen will: Markus Söder. 53 Prozent sagen, er wäre ein guter Kanzlerkandidat. Gegenüber der letzten Umfrage vom Februar, in der Infratest dimap nach den Unionskanzlerkandidaten fragte, legt Söder 22 Prozentpunkte zu. Unter den Anhängern der Union glauben sogar 67 Prozent, Söder sei der Richtige. Die CDU-Bewerber sind dagegen weit abgeschlagen: Friedrich Merz (-7) halten 33 Prozent für einen guten Kandidaten, Armin Laschet auf Platz 3 (-3), gefolgt von Norbert Röttgen.

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ARD-Deutschlandtrend Mai 2020: Kanzlerfrage

Keine Lust auf Abwrackprämie 2.0

Söders Wert ist umso erstaunlicher als er sich zuletzt auch für Maßnahmen einsetzte, die bei den Wählern auf wenig Gegenliebe stoßen: Eine Kaufprämie für neue Autos wünschen sich nur 12 Prozent der Befragten, 22 Prozent können sie sich in Verbindung mit klimafreundlichen Autos vorstellen. 63 Prozent sind generell dagegen.

Und auch Söders Warnungen, Beschränkungen zu schnell zu lockern, sind bundesweit offenbar wenig populär: für größere Lockerungen in den nächsten Wochen sprechen sich 54 Prozent der Befragten aus. Außerdem nimmt die Angst ab, sich oder Mitglieder der Familie anzustecken. Nur noch 25 Prozent haben davor sehr große oder große Sorge. 74 Prozent haben weniger oder keine mehr.

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ARD-Deutschlandtrend Mai 2020: Staatliche Kaufanreize beim Neukauf von Autos

Immunitätsausweise vor allem bei Jüngeren unpopulär

Immunitätsausweise, die genesene Corona-Patienten von gewissen Einschränkungen befreien könnten, kommen bei den Befragten ebenfalls nicht gut an. Gesundheitsminister Spahn hatte sie die Ausweise vorgeschlagen.  Unter der Voraussetzung, dass die Immunität nach der Corona-Infektion zweifelsfrei bewiesen werden kann. Der Großteil der Befragten lehnt diese Idee ab. Vor allem Jüngere und die Gruppe der 40 bis 64-jährigen sind dagegen (jeweils 67 Prozent, dafür 28/29 Prozent). In der Gruppe über 65 kann man sich mehr Freiheit für Immune eher vorstellen, 34 Prozent halten Immunitätsausweise für richtig.

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ARD-Deutschlandtrend Mai 2020: Ausgabe von Immunitätsausweisen

Angst vor der Wirtschaftskrise, aber nur wenig vorm Jobverlust

Der Einbruch der Wirtschaft in fast allen Bereichen macht den Deutschen Sorge. Dass sich die wirtschaftliche Situation in Deutschland verschlechtert, befürchten auch 76 Prozent. Dass sich die eigene wirtschaftliche Lage verschlechtern könnte, fürchten dagegen nur wenige. 26 Prozent haben sehr große oder große Sorge davor.

Noch geringer ist die Sorge vor dem Verlust des Arbeitsplatzes: Nur 13 Prozent geben an, sich sehr große oder große Sorgen zu machen. 54 Prozent sagen, die Sorge sei klein. Allerdings ist sie mit dem Nettoeinkommen verknüpft: wer über 3.500 Euro netto verdient, lebt sorgloser (92 Prozent weniger groß/klein). Unter 1.500 Euro haben 23 Prozent große oder sehr große Sorge vor dem Arbeitsplatzverlust.

Zufrieden mit dem Krisenmanagement - nur die Union profitiert

Dazu passt, dass die Mehrheit der Befragten weiterhin zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung ist (67 Prozent sind sehr zufrieden oder zufrieden). Davon kann allerdings wie im letzten Monat vor allem die Union profitieren. Obwohl die SPD mitregiert, bleibt sie bei 16 Prozent. Der Höhenflug der Grünen scheint in der Krise vorerst gestoppt. Sie kommen noch auf 18 Prozent. Die AfD verliert weiter auf 9 (-1), die Linke legt auf 8 Prozent zu (+1), die FDP bleibt bei 5 Prozent.

Untersuchungsanlage

Grundgesamtheit: Wahlberechtigte in Deutschland

Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl / Dual Frame (Festnetz- und Mobilfunkstichprobe)

Erhebungsverfahren: Telefoninterviews (CATI)

Fallzahl: 1003 Wahlberechtigte

Erhebungszeitraum: 4. bis 5. Mai 2020

Gewichtung: nach soziodemographischen Merkmalen

Sonntagsfrage mit separater Gewichtung

Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte

Durchführendes Institut: Infratest dimap

* bei einem Anteilswert von 5 Prozent ** bei einem Anteilswert von 50 Prozent

© BR

BR-Reporterin Anita Fünffinger meldet sich aus Berlin und schätzt die Ergebnisse des Deutschland-Trends ein. Sie sieht Markus Söder als den großen "Mann der Stunde".

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