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ARD-Trend: SPD, AfD in Brandenburg gleichauf - Sachsen-CDU vorne | BR24

© ARD/Sabine Henkel

Sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. In beiden Bundesländern verbucht die AfD in der ARD-Vorwahlumfrage das größte Plus - verglichen mit den letzten Landtagswahlen.

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ARD-Trend: SPD, AfD in Brandenburg gleichauf - Sachsen-CDU vorne

In zehn Tagen werden in Brandenburg und Sachsen die Landtage neu gewählt. Laut ARD-Vorwahlumfrage herrscht in einem Land Wechselstimmung, im anderen nicht. Die Koalitionsfindung nach der Wahl dürfte sich in beiden Bundesländern schwierig gestalten.

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Die Sozialdemokratie hat eine besondere Tradition in Brandenburg: Nur in diesem ostdeutschen Bundesland war die SPD seit 1990 ununterbrochen stärkste Kraft. Doch aktuell wollen nur 30 Prozent der Befragten, dass die SPD weiterhin die Regierung führt - das sind 26 Punkte weniger im Vergleich zu September 2014, kurz vor der vergangenen Landtagswahl. 59 Prozent der Befragten wollen, dass eine andere Partei die Regierung führt (+22). Das hat die ARD-Vorwahlumfrage von Infratest dimap im Auftrag der Tagesthemen ergeben.

Sinkende Zufriedenheitswerte für Brandenburgs Ministerpräsident Woidke

Auch der Blick der Brandenburger auf ihren Ministerpräsidenten hat sich verändert: Mit der politischen Arbeit von Dietmar Woidke (SPD) sind aktuell 51 Prozent der Befragten zufrieden beziehungsweise sehr zufrieden - das sind vier Punkte weniger als im April 2019. Für Woidke ist dies der niedrigste Zufriedenheitswert der laufenden Legislaturperiode. Vor der Landtagswahl 2014 waren mit seiner Arbeit noch 70 Prozent der Befragten zufrieden bzw. sehr zufrieden. Weniger bzw. gar nicht zufrieden mit seiner Arbeit sind aktuell 36 Prozent der Befragten.

Auch ihre Landesregierung sehen die Brandenburger mehrheitlich kritisch: 54 Prozent sind aktuell weniger bzw. gar nicht zufrieden mit der Arbeit von SPD und Linkspartei - das sind 17 Punkte mehr im Vergleich zu September 2014. 44 Prozent sind aktuell mit der Arbeit der Landesregierung zufrieden bzw. sehr zufrieden (-16 im Vgl. zu 2014).

© BR

In zehn Tagen blickt die Republik nach Sachsen und Brandenburg. Den Regierungs-Bündnissen in beiden Bundes-Ländern drohen Niederlagen. Viele Menschen sind unzufrieden und fühlen sich abgehängt.

Wäre am Sonntag Landtagswahl, läge SPD in Brandenburg erstmals unter 30 Prozent

Wenn am Sonntag der neue brandenburgische Landtag gewählt würde, dann käme die SPD auf 22 Prozent (+4 Prozentpunkte im Vergleich zum BrandenburgTrend Anfang Juni; Landtagswahl 2014: 31,9 Prozent). Damit läge die SPD erstmals unter 30 Prozent.

Die CDU käme auf 18 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 23,0 Prozent). Die Linke liegt bei 15 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni, Landtagswahl 2014: 18,6 Prozent). Die AfD erreicht 22 Prozent (+1 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 12,2 Prozent). Die Grünen liegen bei zwölf Prozent (-5 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 6,2 Prozent). Die BVB/Freie Wähler erreichen vier Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 2,7 Prozent). Die FDP liegt bei fünf Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juni; Landtagswahl 2014: 1,5 Prozent).

Würde die Wahl tatsächlich so ausgehen, dann hätte die amtierende Regierung von SPD und Linkspartei keine Mehrheit mehr. Für Zwei-Parteien-Bündnisse gäbe es nach dem aktuellen Stand keine Mehrheit. Rechnerisch möglich wären nur Dreier-Konstellationen.

© BR

In zehn Tagen - am 1. September - werden in Brandenburg und Sachsen neue Landtage gewählt. Es könnte Ergebnisse geben, die die wacklige Groko bis ins Mark erschüttern könnten.

Bürger in Sachsen zufrieden mit Ministerpräsident Kretschmer

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) ist seit Dezember 2017 im Amt. Seitdem reist er regelmäßig durchs Land und sucht aktiv das Gespräch mit den Bürgern in Sachsen. Bei einer Mehrheit scheint das anzukommen: Laut der ARD-Umfrage sind 63 Prozent der Sachsen mit seiner Arbeit zufrieden bzw. sehr zufrieden - drei Punkte weniger im Vergleich zu Juli 2019.

Landbevölkerung fühlt sich vernachlässigt

Trotzdem wird nach Meinung der Bürger in der Politik zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen auf dem Land genommen: Fast drei Viertel (71 Prozent) sind dieser Ansicht. 21 Prozent meinen, auf die Interessen der Menschen auf dem Land werde angemessen Rücksicht genommen. Ein Prozent meint, es werde zu viel Rücksicht auf deren Interessen genommen.

Dagegen meint nur rund ein Fünftel (22 Prozent), dass die Politik zu wenig Rücksicht auf die Interessen der Menschen in der Stadt nimmt. Gut die Hälfte (56 Prozent) ist der Ansicht, die Politik nehme angemessen Rücksicht auf die Interessen der Städter und 14 Prozent meinen, es werde in der Politik zu viel Rücksicht auf die Interessen der Stadt-Bevölkerung genommen.

Soll CDU weiterhin in Sachsen regieren?

Mit der Arbeit der schwarz-roten Landesregierung sind aktuell 50 Prozent der Sachsen zufrieden bzw. sehr zufrieden - elf Punkte weniger im Vergleich zu August 2014, kurz vor der letzten Landtagswahl. 48 Prozent sind weniger bzw. gar nicht zufrieden (+11).

Gespalten sind die Sachsen auch bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung führen soll: 44 Prozent der Befragten wollen, dass die CDU weiterhin die Regierung führt - neun Punkte weniger im Vergleich zu August 2014. 48 Prozent der Befragten in Sachsen wünschen sich, dass eine andere Partei die Regierung führt (+9).

© WDR/ARD

Auch in Sachsen wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Laut dem SachsenTrend liegt die CDU mit 30 Prozent in der Sonntagsfrage vorne.

Vorwahlumfrage Sachsen: Schwarz-rot ohne Mehrheit

Wenn am Sonntag der neue sächsische Landtag gewählt würde, dann käme die CDU auf 30 Prozent (+4 Prozentpunkte im Vergleich zum SachsenTrend Anfang Juli; Landtagswahl 2014: 39,4 Prozent). Dies wäre ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl.

Die Linke käme auf 16 Prozent (+1 im Vgl. zu Juli; Landtagswahl 2014: 18,9). Die SPD liegt bei 7 Prozent (-2 im Vgl. zu Juli; Landtagswahl 2014: 12,4 Prozent). Die AfD erreicht 24 Prozent (-2 im Vgl. Juli; Landtagswahl 2014: 9,7 Prozent). Die Grünen liegen bei elf Prozent (-1 im Vgl. zu Juli; Landtagswahl 2014: 5,7 Prozent). Die FDP erreicht fünf Prozent (+/- 0 im Vgl. zu Juli; Landtagswahl 2014: 3,8 Prozent). Die Freien Wähler liegen bei vier Prozent (+1 im Vgl. zu Juli; Landtagswahl 2014: 1,6 Prozent).

Würde die Wahl tatsächlich so ausgehen, dann hätte die amtierende schwarz-rote Regierung keine Mehrheit mehr. Eine Regierungsbildung gegen die CDU wäre dann nur unter Beteiligung der AfD möglich.

Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen

Bei den Vorwahlumfragen Brandenburg und Sachsen handelt es sich ausdrücklich um keine Prognose, sondern um die politische Stimmung in der laufenden Woche. Die Sonntagsfrage misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlsonntag abgeschlossen ist.

Rückschlüsse auf den Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Viele Wähler legen sich kurzfristig vor einer Wahl fest. Eine große Bedeutung hat zudem die letzte Phase des Wahlkampfs mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern.

© BR

BR-Reporterin Fünffinger: Die SPD muss bangen