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ARD-DeutschlandTrend: Merz bei Kanzlerfrage vor Söder | BR24

© ARD/Hauptstadtstudio Berlin

ARD-DeutschlandTrend: Merz vor Söder bei Kanzlerfrage

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ARD-DeutschlandTrend: Merz bei Kanzlerfrage vor Söder

Friedrich Merz auf Platz eins, Markus Söder auf Rang zwei - und Annegret Kramp-Karrenbauer ganz weit abgeschlagen: Auf die Frage nach einem guten Kanzlerkandidaten der Union zeigen die Bundesbürger im neuen ARD-DeutschlandTrend klare Präferenzen.

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Sie ist noch kein Jahr CDU-Parteivorsitzende und noch kein halbes Jahr im Amt als Verteidigungsministerin. Und doch wird Annegret Kramp-Karrenbauer von den Deutschen sehr kritisch beurteilt: Mit ihrer Arbeit sind aktuell nur noch 18 Prozent der Bundesbürger zufrieden – das sind 5 Punkte weniger als im Vormonat und der schlechteste Wert, den sie je im ARD-DeutschlandTrend erreicht hat.

Merz wird Kanzlerkandidatur für die Union am ehesten zugetraut

Im Moment sind mehrere Personen im Gespräch, die für die Union als Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl antreten könnten. Von Kramp-Karrenbauer sagen nur 19 Prozent aller Bürger in Deutschland, dass sie eine gute Kanzlerkandidatin wäre. Den größten Rückhalt genießt Friedrich Merz: Aktuell halten ihn 42 Prozent für einen guten Kanzlerkandidaten.

Mit Abstand hinter ihm liegt der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Markus Söder, den 29 Prozent für einen guten Kanzlerkandidaten der Union halten. Von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagen das 27 Prozent, vom nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet sagen das 23 Prozent.

Auch die Unions-Anhänger sind von keinem der genannten Kandidaten mehrheitlich überzeugt und auch bei ihnen liegt Friedrich Merz vorn. 50 Prozent der Anhänger von CDU/CSU halten ihn für einen guten Kandidaten. Es folgen Söder (35 Prozent), Kramp-Karrenbauer und Spahn (je 31 Prozent) sowie Laschet (29 Prozent).

Zufriedenheit mit Merkel sinkt

Unter den deutschen Politikern erhält zwar auch im November 2019 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die besten Zufriedenheitswerte, dennoch büßt sie vier Prozentpunkte ein. Erstmals seit November 2018 überwiegen die kritischen Stimmen: 51 Prozent sind mit ihrer Arbeit weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden und 49 Prozent sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden. Auf dem zweiten Platz landet auch in diesem Monat Außenminister Heiko Maas (SPD), der im Vergleich ebenfalls an Zustimmung verliert (-3 im Vergleich zu Oktober). Mit seiner Arbeit sind 44 Prozent sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden.

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Merz in ARD-DeutschlandTrend bei Frage nach Kanzlerkandidatur vorne

Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz (SPD) muss als Drittplatzierter ebenfalls einbüßen: 40 Prozent sind mit seiner Arbeit sehr zufrieden oder zufrieden (-2). Mit der Arbeit von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sind immer noch mehr Deutsche weniger beziehungsweise gar nicht zufrieden (47 Prozent) als sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (39 Prozent). Er kommt damit dennoch auf den besten Durchschnittswert aller bisherigen Gesundheitsminister. Horst Seehofer wird von 39 Prozent positiv bewertet, 56 Prozent bewerten ihn kritisch. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Robert Habeck, kommt auf 36 Prozent (+1), während der Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, erneut zwei Prozentpunkte verliert und aktuell auf 30 Prozent kommt.

Mit der Arbeit der Grünen-Chefin Annalena Baerbock sind 25 Prozent der Befragten sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (+2). Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erreicht 20 Prozent (+/-0); weiterhin sagen nur die Hälfte der Befragten (50 Prozent), dass sie sie kennen beziehungsweise beurteilen können. Mit der Arbeit der Linken-Vorsitzenden Katja Kipping sind 19 Prozent sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (+2). Mit der Arbeit des AfD-Bundessprechers Alexander Gauland sind derzeit 15 Prozent sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden (+1).

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Sonntagsfrage im ARD-DeutschlandTrend vom November 2019

In der aktuellen Sonntagsfrage bleibt die Union stärkste Kraft. Wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre, würden 26 Prozent der Deutschen der CDU/CSU ihre Stimme geben – zwei Punkte weniger als im Vormonat. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu und kommt auf 14 Prozent. Die AfD bleibt konstant bei 14 Prozent. FDP und Linke verbessern sich jeweils um einen Punkt und kommen auf 8 beziehungsweise 9 Prozent. Die Grünen verlieren zwei Punkte und landen bei 22 Prozent. Damit wären sie wie zuletzt zweitstärkste Kraft.

30 Jahre nach dem Mauerfall war dieses Jubiläum ein wichtiger Fragekomplex des neuen ARD-DeutschlandTrends. Die Wendebilanz fällt insgesamt positiv aus, das Gute überwiegt nach Meinung der Bundesbürger: In Ost wie West sagt eine Mehrheit der Deutschen, die Vereinigung habe ihnen persönlich Vorteile gebracht. Im Westen geben dies 56 Prozent der Bürger an – das sind 5 Punkte mehr als noch vor zehn Jahren. In Ostdeutschland sehen 60 Prozent der Befragten für sich persönlich eher Vorteile; vor zehn Jahren waren es hier noch 67 Prozent. Nur jeder siebte West- und Ostdeutsche (jeweils 15 Prozent) sieht aufgrund der Wiedervereinigung eher persönliche Nachteile.

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Umfrage: Persönliche Folgen der Wiedervereinigung

Menschen aus Ostdeutschland fahren deutlich häufiger nach Westdeutschland als umgekehrt: Seit dem Mauerfall 1989 reisten Menschen aus Westdeutschland im Durchschnitt 17-mal privat in die neuen Bundesländer; Berlin ausgenommen. Menschen aus Ostdeutschland wählten den umgekehrten Weg seitdem im Schnitt 68-mal – also viermal so oft. Nur 2 Prozent der Ostdeutschen sind noch nie privat in die alten Bundesländer gereist. Umgekehrt war jeder sechste Westdeutsche (17 Prozent) noch nie privat in den neuen Bundesländern.

Vergleich Bundesrepublik zur DDR

Die heutigen Verhältnisse in Deutschland werden im Vergleich zur früheren DDR in den meisten Bereichen positiv gesehen. Insbesondere die Reisemöglichkeiten bewerten 92 Prozent der Ostdeutschen und 94 Prozent der Westdeutschen heute als besser. Bei der Meinungsfreiheit sind es 69 Prozent der Ostdeutschen und 83 Prozent der Westdeutschen, bei den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten 67 Prozent der Ostdeutschen und 78 Prozent der Westdeutschen.

Die heutige Wirtschaft halten 65 Prozent der Ostdeutschen und 80 Prozent der Westdeutschen für besser als die Wirtschaft der DDR. Das Gesundheitssystem sehen 59 Prozent der Westdeutschen im Vergleich zur DDR positiv. Bei den Ostdeutschen sind es 47 Prozent; 37 Prozent der Ostdeutschen finden hingegen, es sei in der DDR besser gewesen.

Drei Viertel sagen: Zusammenhalt war in der DDR besser

Es gibt jedoch auch Felder, in denen die DDR besser bewertet wird, zum Beispiel bei der frühkindlichen Betreuung und beim sozialen Zusammenhalt. 59 Prozent der Ostdeutschen halten die frühkindliche Betreuung in der DDR für besser als in der heutigen Bundesrepublik; auch 44 Prozent der Befragten im Westen stimmen dem zu. Den sozialen Zusammenhalt in der früheren DDR halten drei Viertel der Ostdeutschen (76 Prozent) für besser im Vergleich zu heute; 46 Prozent der Westdeutschen teilen diese Einschätzung.

Unterschiedliche Bewertungen zwischen Ost und West gibt es beim Schulsystem: Die Hälfte der Westdeutschen bewertet das heutige Schulsystem besser als das der DDR, ein Viertel schlechter. In Ostdeutschland hingegen bewerten 63 Prozent der Befragten das heutige Schulsystem als schlechter im Vergleich zur DDR, nur 22 Prozent als besser.

Mangelnde Wertschätzung der DDR-Lebensleistung

Vor allem Menschen im Osten finden, die Lebensleistung der ehemaligen DDR-Bürger werde im wiedervereinigten Deutschland nicht ausreichend wertgeschätzt. 77 Prozent der Ostdeutschen stimmen dieser Aussage zu. Im Westen sind es 49 Prozent; 43 Prozent der Westdeutschen stimmen der Aussage eher nicht zu. Unterschiede gebe es noch heute: Vier von fünf Deutschen meinen, Kultur und Mentalität in Ost und West bleiben 30 Jahre nach dem Mauerfall unterschiedlich; in Ostdeutschland sagen das 83 Prozent, in Westdeutschland 78 Prozent.

Trotzdem: Die Mehrheit der Bürger empfindet sich heute nicht als Ost- oder Westdeutscher. Im Westen fühlen sich 80 Prozent eher als Deutscher, im Osten 59 Prozent. Nur eine Minderheit der Bürger fühlt sich als West- beziehungsweise Ostdeutscher; im Osten 36 Prozent, im Westen 16 Prozent.

Für die Erhebung hat das Meinungsforschungsunternehmen Infratest dimap Anfang der Woche (am Montag und Dienstag) 1.007 Menschen telefonisch befragt. Die statistische Schwankungsbreite wurde mit 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten angegeben.