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Arbeiteten saudische Spione für Twitter? | BR24

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Arbeiteten saudische Spione für Twitter?

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Arbeiteten saudische Spione für Twitter?

Das US-Justizministerium wirft zwei früheren Twitter-Mitarbeitern vor, für Saudi-Arabien spioniert zu haben. Demnach sollten die zwei Männer Riad-kritische Stimmen in den USA überwachen.

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Das US-Justizministerium wirft zwei Twitter-Mitarbeitern in San Francisco vor, für Saudi-Arabien spioniert zu haben. Sie sollen sich Zugriff auf Tausende Twitter-Konten verschafft haben, um Nutzer auszuspionieren, die dem saudischen Regime kritisch gegenüberstehen. Die von Riad rekrutierten Twitter-Mitarbeiter sollen mit einer Designer-Uhr sowie hunderttausenden von Dollar belohnt worden sein, die in Geheimkonten geparkt worden seien. Sie sollen vor fünf Jahren angeworben worden sein.

Nach Angaben der US-Staatsanwaltschaft unterstreicht der Fall, dass das saudische Regime nach wie vor versucht, kritische Stimmen im Ausland zu kontrollieren. US-Staatsanwalt David Anderson sagte, man werde nicht zulassen, dass US-amerikanische Unternehmen oder Technologien zu Instrumenten ausländischer Repression werden.

Fall wirft wieder einmal Frage nach Datensicherheit auf

Die Anklage vor einem Gericht in San Francisco wirft aber auch ein schlechtes Licht auf die Tech-Unternehmen des Silicon Valley, die offenbar die Daten ihrer Nutzer nicht adäquat schützen können. Nur einer der beiden mutmaßlichen Spione konnte in Seattle festgenommen werden, der mutmaßliche Mittäter und ein Verbindungsmann sollen sich nach Saudi-Arabien abgesetzt haben.

Der Kurznachrichtendienst teilte in einer Erklärung mit, es beschränke den Zugriff auf vertrauliche Kontoinformationen auf eine begrenzte Gruppe von geschulten und geprüften Mitarbeitern. Der amerikanische Geheimdienst CIA vermutet, dass der saudische Kronprinz bin Salman die Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi, der für die Washington Post gearbeitet hat, angeordnet haben soll.