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Anwohner in Thüringen ermuntern Somalier zu Selbstmord | BR24

© MDR/Alexander Reißland

Aus diesem Plattenbau sprang der Somalier in den Tod

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    Anwohner in Thüringen ermuntern Somalier zu Selbstmord

    Nach MDR-Informationen sollen Anwohner im ostthüringischen Schmölln einen 17-jährigen Somalier mit "Spring doch"-Rufen zum Selbstmord ermuntert haben. Der 15-Jährige sprang. Der Flüchtling litt nach Angaben der Polizei unter Depressionen.

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    Der Bürgermeister von Schmölln, Sven Schrade, zeigte sich entsetzt. Er bestätigte, dass ihm Informationen vorlägen, wonach Anwohner den verzweifelten 15-Jährigen mit dem Ruf "Spring doch" ermunterten. So etwas sei ihm unbegreiflich, sagte der Rathauschef dem MDR.

    Schaulustige machen auch Fotos

    Der stellvertretende Landrat des Altenburger Landes, Matthias Bergmann, kritisierte im Rahmen einer Pressekonferenz zudem, dass während der vergeblichen Rettungsaktion, Fotos von den umliegenden Balkonen aus gemacht worden seien.

    Polizei und Feuerwehr versuchten, zu helfen

    Polizei und Feuerwehr hatten versucht, den Jugendlichen von dem Sprung aus seiner Wohnung im obersten Geschoss eines Schmöllner Plattenbaus abzuhalten. Der Somalier war nur wenige Stunden zuvor aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden.

    Flüchtling wegen Depressionen in Therapie

    Der 15-Jährige wohnte seit April dieses Jahres im Altenburger Land. Bevor er am Freitagnachmittag in die Wohngruppe für unbegleitete Flüchtlinge zurückkehrte, war er eine Woche lang zur Therapie in der Psychiatrie in Stadtroda. Ob seine Depressionen von Traumata herrührte, die mit seiner Flucht über Libyen, Italien und der Schweiz zusammenhängen, konnte bislang nicht geklärt worden.