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ICE-Anschlag: Tatverdächtiger in Wien festgenommen | BR24

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In Wien ist ein 48-jähriger Iraker festgenommen worden. Er soll für den Drahtseil-Anschlag auf die ICE-Strecke München - Nürnberg vom vergangenen Oktober verantwortlich sein.

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ICE-Anschlag: Tatverdächtiger in Wien festgenommen

Die Polizei hat in Wien einen Iraker festgenommen, der für den Drahtseil-Anschlag auf die ICE-Strecke Nürnberg-München im Oktober 2018 verantwortlich sein soll. Der 42-Jährige steht offenbar der Terrororganisation Islamischer Staat nahe.

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Österreichische und deutsche Behörden machen den Mann, der bereits am Montag in der Nähe seiner Wiener Wohnung festgenommen wurde und seit Jahrzehnten in Österreich leben soll, für den Anschlag auf den ICE bei Allersberg im Landkreis Roth verantwortlich. Internationale Ermittlungen hätten zu dem mutmaßlichen Täter geführt. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann lobte die "sehr gute Zusammenarbeit mit den österreichischen Behörden".

Unbekannte hatten damals ein Stahlseil zwischen den Oberleitungsmasten befestigt und mit Metallteilen verstärkte Holzkeile auf den Gleisen befestigt, um einen darüberfahrenden Zug zum Entgleisen zu bringen. Am 7. Oktober 2018 fuhr ein ICE in die Hindernisse, wurde dabei aber nur leicht beschädigt. Die Ermittler fanden in der Nähe ein mehrseitiges Bekennerschreiben in arabischer Schrift.

Weitere Attentate im Zusammenhang mit ICE-Anschlag?

Möglicherweise steht der Iraker auch mit weiteren Anschlägen in Verbindung: Im Dezember wurde in Berlin eine Oberleitung beschädigt, daneben lag eine Flagge des Islamischen Staates (IS) und ebenfalls ein Bekennerschreiben in arabischer Sprache. Ziel der Attentäter sei es gewesen, dass es "so viele Tote wie nur möglich" gibt, schrieb die Kronen-Zeitung unter Berufung auf Ermittler.

War er Mitglied einer Terrorzelle?

Die Spur zu dem Tatverdächtigen, der ein Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat sein soll, wurde laut Presse-Meldungen durch das von den Tätern in Bayern hinterlassene zweiseitige Bekennerschreiben gefunden, in dem weitere Anschläge auf europäische Bahnlinien angedroht wurden. Der verwendete Drucker führte offenbar zu dem verheirateten Iraker. Er könnte zu einer mehrköpfigen Terrorzelle gehören und wird derzeit verhört. Ihm werden nach Angaben des Bayerischen Landeskriminalamtes terroristische Straftaten, versuchter Mord und gefährlicher Eingriff in den Bahnverkehr vorgeworfen.

"Es sind bewusst arabische Texte hinterlassen worden, sowohl in Allersberg wie in Berlin, und jetzt konnte mit kriminaltechnischen Maßnahmen nachgewiesen werden, woher diese kommen. Ich will aber jetzt Einzelheiten der kriminaltechnischen Arbeit im Moment noch nicht der Öffentlichkeit preisgeben." Joachim Herrmann, Bayerischer Innenminister
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Der bayerische Innenminister Herrmann begrüßte die Festnahme eines Terrorverdächtigen in Wien. Weitere Ermittlungen müssten nun zeigen, ob es Mittäter bei den Anschlägen auf Bahnstrecken gegeben habe.

Der Verdächtige ist geständig

Die Staatsanwaltschaft Wien erklärte, nur aufgrund eines technischen Fehlers der Täter sei es bei den Anschlägen nicht zur geplanten Tötung von Menschen gekommen. "In Tatortnähe aufgefundene Schriftstücke in arabischer Sprache sowie eine Flagge des sogenannten Islamischen Staates begründen einen terroristischen Tatverdacht", erklärte die Behörde. Der Beschuldigte zeige sich "tatsachengeständig", bestreite aber einen terroristischen Hintergrund.

Anerkannt als Flüchtling in Österreich

Der Verdächtige soll als anerkannter Flüchtling seit etwa zwei Jahrzehnten in Österreich leben und Mitarbeiter bei einer Security-Firma sein. Auf seinem Facebook-Profil verherrlichte er laut Presseberichten radikale Islam-Prediger, bezog sich auf den IS-Terroranschlag in Nizza und rief Muslime nach den Anschlägen von Christchurch zur Rache auf.

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Die Polizei hat in Wien einen Iraker festgenommen, der für den Drahtseil-Anschlag auf die ICE-Strecke Nürnberg-München im Oktober 2018 verantwortlich sein soll. Der 42-Jährige steht offenbar der Terrororganisation Islamischer Staat nahe.

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Nach Anschlägen mit gespannten Stahlseilen auf Bahnstrecken in Bayern und berlin hat die Polizei in Wien einen 42 Jahre alten Iraker gefasst.