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Anschlag in Bottrop: Haftbefehl wegen versuchten Mordes | BR24

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Amokfahrt von Bottrop - Haftbefehl erlassen

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Anschlag in Bottrop: Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Nach dem Anschlag, bei dem ein Mann in der Silvesternacht aus Fremdenhass mit seinem Auto mehrmals in Menschengruppen fuhr, ist Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes erlassen worden. Die Zahl der Verletzten ist auf acht gestiegen.

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Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag", bei dem der 50 Jahre alte Deutsche seinen Wagen in Bottrop und in Essen bewusst mehrfach in Gruppen feiernder Menschen gesteuert haben soll. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte nach den ersten Vernehmungen des Festgenommenen: "Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten." Er habe das Auto in Bottrop und Essen bewusst in Menschengruppen gesteuert, die überwiegend aus Ausländern bestanden. Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen.

Keine Hinweise auf rechtsextreme Szene

Die Sicherheitsbehörden haben derzeit keine Hinweise darauf, dass der Autofahrer Kontakte in die rechtsextreme Szene hat. Bislang habe die Polizei keinen Ansatzpunkt gefunden, "dass dieser Mann irgendwelche Verbindungen hat oder dass er selber in irgendwelchen rechtsradikalen Kreisen sich bewegt", sagte Innenminister Reul dem Sender WDR5. Es scheine, dass der mutmaßliche Täter "aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat".

Hinweise auf psychische Erkrankung des Autofahrers

Die Ermittler gaben an, dass sie "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers" hätten. Der mutmaßliche Täter stamme aus Essen und sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es. Reul zufolge war der Mann in der Vergangenheit in Behandlung.

Frau aus Syrien nicht mehr in Lebensgefahr

Laut Staatsanwaltschaft und Polizei hatte der Mann zunächst in Bottrop mit seinem Auto eine 46-jährige Frau aus Syrien erfasst, die dabei lebensgefährlich verletzt wurde. Aktuell bestehe nach einer erfolgreichen Notoperation aber keine Lebensgefahr mehr, teilten die Ermittler mit.

Der 48-jährige Ehemann der Frau und die beiden 16 und 27 Jahre alten Töchter wurden bei der Attacke ebenfalls verletzt. Weiterhin mussten ein vierjähriger Junge und seine 29-jährige Mutter aus Afghanistan sowie ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien ärztlich behandelt werden.

Tatverdächtiger versuchte auch in Essen in Fußgängergruppe zu fahren

Nach der Autoattacke von Bottrop versuchte der Tatverdächtige den Ermittlern zufolge, auch in Essen in eine Gruppe wartender Fußgänger zu fahren. Die Betroffenen konnten aber rechtzeitig ausweichen. Bevor Polizisten den mutmaßlichen Täter in Essen festnahmen, erfasste er mit seinem Wagen noch einen 34-jährigen Essener mit türkischen Wurzeln und verletzte ihn am Fuß.

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B5 Nachrichten

Autor
  • Rüdiger Hennl
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