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Anschläge vom 11. September: Das Sterben geht weiter | BR24

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Die mutmaßlichen Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind auf dem langwierigen Weg zu einem Prozess wieder vor Gericht erschienen. Die Anhörung im Rahmen einer Vorverhandlung fand im US-Gefangenenlager Guantanamo Bay statt.

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Anschläge vom 11. September: Das Sterben geht weiter

Vor 18 Jahren starben bei den Anschlägen vom 11. September in den USA tausende Menschen. Auch heute noch fordert der einschneidende Tag Todesopfer.

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Er ist der 200. Feuerwehrmann, der an den Folgen der Terroranschläge gestorben ist. Richard Driscolls Name steht nun in goldenen Buchstaben auf der schwarzen Gedenktafel des New York Fire Departments.

"Er liebte es, Feuerwehrmann zu sein", sagt die Frau mit dem grauen Haar, die eine weiße Rose niederlegt - für ihren Mann. Unter die Gedenktafel, auf die allein in den vergangenen zwölf Monaten 22 neue Namen kamen.

Richard Driscoll war einer der "First Responder" - der Ersthelfer, die sich ohne zu zögern in die Wolke aus Gift und Staub begaben, um Menschenleben zu retten. Und sich dabei selbst den Tod holten. Seine Frau ist sich sicher: "Er würde es wieder tun."

Die Luft voller Schadstoffe

343 Feuerwehrleute starben direkt unter dem Schutt und im Staub der einstürzenden Türme. Mehr als 200 sind bis heute den Folge-Krankheiten erlegen.

"343 - Schon damals kam uns diese Zahl unglaublich vor. Und am Ende werden es vielleicht sogar Tausend."

New Yorks Feuerwehrchef Daniel Nigro spricht allein von Feuerwehrleuten. Insgesamt sind rund 2.400 Menschen an den Spätfolgen der Terroranschläge gestorben. Zehntausende sind erkrankt: Helfer, Polizisten, Anwohner, Mitarbeiter oder Schüler, die kurz nach den Anschlägen zurück in ihre Wohnungen, Büros oder Schulen gelassen wurden, obwohl die Luft noch voller Schadstoffe war.

Tödliche Spätfolgen

Die Erkrankungen reichen von Atemproblemen über Depressionen bis zum gefürchteten 9/11-Krebs. "Für all die Familien der Menschen, die wir nach wie vor durch Krankheiten verlieren, ist jedes Jahr trauriger", sagt Feuerwehrchef Nigro.

Zumindest finanziell bekommen sie inzwischen gesicherte Unterstützung. Nach einer langen Hängepartie für die Opfer und ihre Angehörigen hat Präsident Donald Trump im Juli ein entsprechendes Gesetz unterzeichnet. Es garantiert den Ersthelfern der Anschläge lebenslange medizinische Versorgung. Für Richard Driscoll kam dieser Trost zu spät. Er starb nach 13-monatiger Krankheit an Lungenkrebs.

Prozess gegen Drahtzieher soll in zwei Jahren beginnen

Der Prozess gegen fünf mutmaßliche Planer der Anschläge soll in zwei Jahren beginnen. Der verdächtigte Drahtzieher Chalid Scheich Mohammed und vier weitere Angeklagte werden des Terrorismus, der Entführung sowie des Mordes in fast 3.000 Fällen beschuldigt.

Die Opfer, die später starben, sind da nicht bedacht. Driscolls Witwe Linda weiß nicht, ob das ausstehende Urteil irgendetwas für sie ändern wird.

"Ich habe keinen Hass in meinem Herzen. Ich bin wütend. Ich könnte doch wen-auch-immer hassen. Es würde doch nichts ändern. Ich kann es einfach nicht."