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Anschläge in Sri Lanka: Regierung warnt vor Flüchtigen | BR24

© pa/dpa/Atsushi Taketazu

Warnungen vor weiterem Terror auf Sri Lanka

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Anschläge in Sri Lanka: Regierung warnt vor Flüchtigen

Vier Tage nach den Anschlägen auf Sri Lanka sind Verdächtige weiter auf der Flucht. Die Regierung warnte, sie könnten Sprengstoff bei sich tragen. Im Land bleibt die Angst groß - es kommt weiter zu Panik.

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Es war eine von Spezialisten kontrolliert ausgeführte Detonation, doch sie reichte, um bei Colombo erneut eine Panik auslösen: Auf Sri Lanka ist vier Tage nach den verheerenden Anschlägen die Angst vor neuen Terrorakten groß, auch weil die Regierung einräumte, dass Verdächtige weiter auf der Flucht sind.

Die Behörden ließen an mehreren Orten des Landes weiter verdächtige Gegenstände sprengen, in einem Ort nahe der Hauptstadt Colombo löste das Unruhe in der Bevölkerung aus. Menschen kamen aber nicht zu Schaden.

Regierung warnt vor Flüchtigen

Ein Grund für die vorbeugenden Maßnahmen ist, dass noch nicht alle Verdächtigen gefasst wurden. Ministerpräsident Ranil Wickremesinghe warnte, die Flüchtigen könnten Sprengstoff bei sich tragen. Die Polizei bat öffentlich um Informationen über drei Frauen und drei Männer. In welcher Form sie mit den Anschlägen in Verbindung stehen, blieb unklar.

Die Polizei nahm einen Geschäftsmann in Gewahrsam. Der Mann sei der Vater von zwei Selbstmordattentätern gewesen, hieß es; es bestehe der Verdacht, er habe ihnen geholfen. Insgesamt haben Ermittler mittlerweile 76 Verdächtige inhaftiert.

US-Botschaft warnt vor neuen Anschlägen

Die US-Botschaft in Sri Lanka warnte auf Twitter vor neuen Anschlägen an diesem Wochenende und rief dazu auf, Kirchen und große Menschenmenge zu meiden. Die israelische Regierung rief in einer Reisewarnung alle Bürger auf, Sri Lanka schnellstmöglich zu verlassen und sprach von einer "erhöhten konkreten Gefahr". Aus Sicherheitsgründen sagte die katholische Kirche alle Gottesdienste in Colombo bis 29. April ab.

Die Behörden verboten rund um Colombo Drohnen und unbemannte Flugzeuge. Die Maßnahme werde mit Rücksicht auf die Sicherheitslage getroffen. In Ländern wie dem Irak hatten Extremisten Drohnen benutzt, um Sprengsätze zu transportieren.

Minister tritt zurück

Zugleich geht im Land die Debatte um Versäumnisse der Sicherheitsbehörden vor den Anschlägen weiter, Verteidigungsminister Hemasiri Fernando reichte seinen Rücktritt ein. Der Nachrichtenagentur Reuters erklärte er, er übernehme damit die Verantwortung für das Versagen einiger Institutionen in seinem Zuständigkeitsbereich.

Bei den Anschlägen vom Ostersonntag auf Kirchen und Luxushotels waren mindestens 359 Menschen ums Leben gekommen. Die Terrorganisation "Islamischer Staat" bekannte sich zu den Attentaten. Die Regierung in Colombo macht die lokale islamistische Terrorgruppe "National Thowheeth Jamath" für die Taten verantwortlich.

Im ganzen Land wächst die Wut und das Misstrauen gegenüber Muslimen. In Negombo, wo beim Anschlag auf eine Kirche mehr als 100 Menschen starben, brachten die Behörden Hunderte pakistanische Flüchtlinge in Sicherheit und verlegten sie an einen unbekannten Ort.

© BR/Silke Diettrich

Nach den Anschlägen auf Sri Lanka hat die Regierung die meisten Sozialen Netzwerke sperren lassen. Aus ihrer Sicht waren die Gefahren, die von Falschmeldungen aus gehen größer als der Nutzen der User, sich über diese Netzwerke aus zu tauschen.